Discours de Lydia Mutsch à l'occasion de la conférence: "Salut! DaSein gestalten"

"In Zukunft müssen umfangreichere Leistungen im sozialen, medizinischen, pflegerischen Bereich erbracht werden"

Seul le discours prononcé fait foi
Discours – Publié le

"Sehr geehrte Ministerin Bachmann,

Sehr geehrter Herr Lang und Herr Schultze,

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bedanke mich herzlich für die freundliche Einladung zu Ihrem Kongress und es ist mir eine Freude, diesen mit Ihnen zusammen zu eröffnen.

Mit dem hier vorgestellten Programm, das auf vielfältige Weise die verschiedensten Themen zur gesundheitlichen Versorgung aufgreift, sollte es uns gelingen, Impulse zur zukünftigen Gestaltung des DaSeins zugeben.

Im Folgenden erlaube ich mir aus der Vielzahl der Themen auf zwei Aspekte näher einzugehen, die mir als Gesundheitsministerin des Großherzogtums Luxemburg besonders wichtig erscheinen: Demenzprävention und Personalisierte Medizin.

Müssen wir uns mit Demenz, Pflege, medizinischer Versorgung von älteren Menschen prioritär beschäftigen?

Ich denke ja, denn allein der demografische Wandel legt nahe, dass wir uns bereits jetzt mit diesen Themen beschäftigen sollten, ja sogar müssen, um für die Zukunft bereit zu sein.

Weltweit leben zurzeit 47,5 Millionen Menschen mit Demenz, in Europa wird die Zahl auf 6,4 Millionen geschätzt. In den nächsten Jahren ist mit einer deutlichen Zunahme dieser Zahlen zu rechnen – ein Beispiel dafür sind die Angaben aus Luxemburg, die exemplarisch für andere Länder Europas - auch für Deutschland- stehen können:

In Luxemburg ist damit zu rechnen, dass die Anzahl der Personen im Rentenalter, von 70.000 im Jahr 2010 auf über 197.000 im Jahr 2060 ansteigen wird. Dies entspricht einer Erhöhung von 181,7%. Die Zahl der Menschen mit Demenz wird in den nächsten Jahren ebenfalls stark zunehmen. Für Luxemburg rechnen wir in 10 Jahren mit cirka 8.500 Menschen mit Demenz im Vergleich zu ca. 5.900 zum jetzigen Zeitpunkt.

Diese Zahlen verdeutlichen die Priorität und die große Herausforderung an die Gesellschaft und die politischen Entscheidungsträger: in Zukunft müssen umfangreichere Leistungen im sozialen, medizinischen, pflegerischen Bereich erbracht werden- nicht nur in der Versorgung der Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen, sondern generell für die ältere, alte und sehr alte Bevölkerung unseres Landes.

Einige Beispiele für die hier angesprochenen Leistungen sind:

Prävention, Gesundheitsförderung, Risikominderung, rechtzeitige Diagnose und Unterstützung nach der Diagnosestellung, um die Lebensqualität längst möglich zu erhalten bzw. Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern.

Behandlung, die integriert, koordiniert und nach Möglichkeit wohnortnah erfolgt, wobei der Austausch von best practice Beispielen und innovativen Ansätzen unter den verschiedenen Anbietern zur besseren Versorgung beiträgt.

E-health und neue Technologien können Hilfe für Menschen mit Demenz und Unterstützung für Angehörige liefern.

Aus-, Fort- und Weiterbildung in medizinischen, sozialen und Gesundheitsfachberufen ist nötig, um die Qualität der gesundheitlichen und pflegerischen Betreuung zu sichern.

Im sozialen Bereich sollten Initiativen unterstützt werden, die die Lebensumgebung für Menschen mit Demenz und generell für die ältere Bevölkerung angemessener und freundlicher gestalten, damit die Rechte dieser Menschen gewährleistet sind und ein Altern in Würde möglich ist.

Erlauben Sie mir nun den Übergang zum zweiten Aspekt: Personalisierte Medizin

Rezente Initiativen, innovative Methoden in Diagnostik und Therapie haben die personalisierte Medizin in letzter Zeit immer mehr in das öffentliche Interesse und soziale Debatten einbezogen.

Personalisierte Medizin bedeutet, dass die richtige Therapie dem richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt angeboten wird, so dass auf die spezifischen Bedürfnisse des Patienten eingegangen werden kann, die Therapie optimiert wird und Nebenwirkungen verringert werden. Doch dies ist nur möglich, wenn jetzt für die Zukunft die entsprechenden Rahmenbedingungen und Voraussetzungen geschaffen werden.

Personalisierte Medizin birgt das Potenzial ein kosteneffizienteres Gesundheitssystem aufzubauen, ohne dass dabei die Prinzipien einer gerechten, allgemeinzugänglichen und qualitativ hochwertigen gesundheitlichen Versorgung aufgegeben werden.

Gemeinsam sollten alle Beteiligten, national und international, jetzt versuchen, Schwierigkeiten zur Implementation zu erkennen und danach die Bedingungen zu schaffen, dass Personalisierte Medizin von den Laboratorien in die klinische Praxis integriert werden kann, damit in Zukunft mehr Patienten individualisierte Therapiemaßnahmen zur Verfügung stehen.

Ich hoffe diese Ausführungen verdeutlichen, warum Personalisierte Medizin und Demenzprävention zu den derzeitigen Prioritäten in der Gesundheitspolitik Luxemburgs zählen.

Auch waren dies Schwerpunkte in der EU-Ratspräsidentschaft Luxemburgs 2015 im Bereich Gesundheit und ich freue mich besonders, dass zu beiden Themen Rat-Schlussfolgerungen von den EU-Gesundheitsministern angenommen wurden, die für uns alle auf nationaler und europäischer Ebene neue Impulse geben können.

Ich möchte damit zum Schluss kommen und hoffe Ihnen kurz dargelegt zu haben, dass zukünftige DaSeins Gestaltung und Gesundheitswirtschaft für mich große Bedeutung in der Gesundheitspolitik haben.

Ich wünsche Ihnen anregende Diskussionen und einen erfolgreichen Kongressverlauf.

Vielen Dank."