Interview de Carole Dieschbourg avec le Luxemburger Wort

"Ein Naturpark lebt von den Menschen und deren Ideen"

Interview – Publié le

Interview: Luxemburger Wort (Nadine Schartz)

Luxemburger Wort: Was bedeutet es für eine Region an, wenn sie als Naturpark ausgewiesen wird?

Carole Dieschbourg: Als Naturpark ausgewiesen werden Regionen mit einer besonderen Naturlandschaft, die sich nachhaltig weiterentwickeln sollen. Es ist aber auch ein wichtiges Instrument der Landesplanung, was die ökonomische Entwicklung im Respekt der Natur und den sozialen Fortschritt der Region betrifft. Es ist aber auch ein Instrument, das viele Möglichkeiten bietet. Vorrange Ziele sind, die Gegend attraktiv für Einheimische und Touristen zu halten, die Lebensqualität zu stärken und neue Herausforderungen anzugehen. Dabei ist eine Vernetzung in allen Bereichen und auf allen Ebenen wichtig. Neu ist, dass wir beispielsweise beim Naturpark Müllerthal anhand von Indikatoren messen wollen, inwiefern die Region sich weiterentwickelt. Damit wissen wir genau, wo wir öffentliche Gelder investieren können.

Luxemburger Wort: Wie wird ein Naturpark auch greifbar für die Bürger?

Carole Dieschbourg: Durch die unterschiedlichen Aktivitäten, wie u. a. die Energie- oder die Landwirtschaftsberatung, diverse Workshops oder die Sensibilisierungsarbeit für Groß und Klein lernen die Bürger ihre Region kennen und schätzen. Hinzu kommt die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte aus dem Ourtal oder "vum Ski". Beim "Bongerten" -Projekt im Müllerthal wird ein Projekt gestartet, bei dem die Bürger sich einbringen können und aus dem sie einen Nutzen ziehen können. Eines steht fest: Ein Naturpark lebt von den Menschen und deren Ideen.

Luxemburger Wort: Seit Jahren ist im Raum MO Schengen von der Schaffung eines Naturparks die Rede. Wie sieht es damit aus?

Carole Dieschbourg: Am sinnvollsten wäre dort ein länderübergreifender Naturpark, aber auf gesetzlicher Ebene gibt es noch keine Möglichkeiten zur Gründung transnationaler Naturparks. Aus diesem Grund prüfen wir derzeit, in welcher Form in dieser Region eine bestmögliche Zusammenarbeit über die Grenzen hinaus möglich ist.