Interview de François Bausch avec le Luxemburger Wort

"(...)Die Schweizer haben sich enorm engagiert und eine riesige Investition geleistet, von der nicht nur die Schweiz profitiert, sondern ganz Europa"

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Interview: Luxemburger Wort

Luxemburger Wort: Herr Bausch, welche Bedeutung spielt der Gotthard-Basistunnel für Luxemburg?

François Bausch: Er ist extrem wichtig. Die Schweizer haben sich hier enorm engagiert und eine riesige Investition geleistet, von der nicht nur die Schweiz profitiert, sondern ganz Europa. Die Verbindung zwischen Nord- und Südeuropa wird wesentlich verbessert, sowohl für den Güter- als auch für den Personenverkehr. Die anderen Länder müssen jetzt, was die Interoperabilität anbelangt, natürlich nachziehen. Ich hoffe, dass relativ schnell große Investitionen im Rest von Europa getätigt werden, sodass wir solche Infrastrukturen wie diese hier voll ausnutzen können, um den Zugverkehr attraktiver zu machen.

Luxemburger Wort: Wer wird am meisten von diesem Tunnel profitieren?

François Bausch: Hauptsächlich wünsche ich mir, dass der Güterverkehr künftig zum Großteil über diesen Weg stattfinden wird, weil die Straßen in Europa extrem überlastet sind. Je mehr Güter wir auf Schiene bringen können umso besser. Da sind natürlich solche Infrastrukturen wie diese enorm wichtig.

Luxemburger Wort: Werden sich die Zugverbindungen von Luxemburg in die Schweiz verbessern?

François Bausch: Ich habe mich am Rande dieser Veranstaltung unter anderem mit dem belgischen Verkehrsminister unterhalten. Wir hoffen, dass wir die Gespräche wieder aufnehmen können, einen Pendolino-Zugverkehr von der Schweiz nach Brüssel einzuführen. Von einer solchen Verbindung könnten wir Luxemburger ebenfalls profitieren.

Luxemburger Wort: Was können wir uns von den Schweizern in Sachen Tunnelbau abschauen?

François Bausch: Alles. Sie haben natürlich sehr viel Erfahrung und man kann auch den politischen Mut, mit dem man hier herangegangen ist, nur bewundern. Dieses Projekt ist einfach fantastisch: Es wurde nicht nur vorzeitig abgeschlossen, sondern auch das Budget wurde eingehalten. Wir können nur von diesem Know-how profitieren, was wir auch aktiv tun: Beim Bau der Standseilbahn zum Beispiel, die gerade zwischen Pfaffenthal und Kirchberg gebaut wird, ist eine Schweizer Firma involviert.

Luxemburger Wort: Die Schweizer sind Europameister, was das Zugfahren anbelangt. Die Luxemburger sind im Vergleich dazu eher zugfaul...

François Bausch: Die Schweizer haben verstanden, dass man gute Anbindungen und auch den Effekt der Nachhaltigkeit nur erreicht, wenn man die Infrastruktur entsprechend qualitativ ausbaut. Zugfahren ist keine rein quantitative Frage des Angebots, sondern auch eine qualitative. Und es spielt für die Verkehrsteilnehmer durchaus eine Rolle, wie die Züge aussehen, die sie nutzen.