Interview von Camille Gira mit "d'Handwierk"

"Unsere Stärken liegen in einer großen Bandbreite von Unternehmen, die bereits teilweise in diesem Bereich arbeiten"

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Interview: d'Handwierk

d'Handwierk: Herr Staatssekretär, welche Vorteile hat eine sogenannte Kreislaufwirtschaft?

Camille Gira: Die Kreislaufwirtschaft beruht auf dem Prinzip, die Ressourcen so lange wie nur möglich im Kreislauf zu halten. Dadurch entsteht in einem optimalen Kreislauf kein Abfall mehr, der entsorgt werden muss. Durch die intelligente Verknüpfung der Prozesse untereinander und das Überdenken der etablierten Prozesse können die Unternehmen, die sich den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft verschreiben, wettbewerbsfähiger gegenüber ihren Konkurrenten werden. Ferner unterstützt die Kreislaufwirtschaft die Bestrebungen, den CO2-Ausstoß zu verringern.

d'Handwierk: Wie kann Luxemburg optimal von dieser Entwicklung profitieren?

Camille Gira: Durch die Tatsache, dass in Luxemburg sehr wenige natürliche Ressourcen vorhanden sind, kann Luxemburg eigentlich nur von der Entwicklung der Kreislaufwirtschaft profitieren, da somit längerfristig weniger Ressourcen importiert werden müssen.

Die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft bietet die einmalige Chance, zu beweisen, dass es möglich ist, wirtschaftliche Projekte zu entwickeln, die zugleich eine Antwort auf umweltrelevante Fragen geben.

Dieser synergetische Ansatz und eine ressortübergreifende Arbeit ermöglichen es Luxemburg, sich im Bereich der Kreislaufwirtschaft gut aufzustellen. Unsere Stärken liegen in einer großen Bandbreite von Unternehmen, die bereits teilweise in diesem Bereich arbeiten.

d'Handwierk: Welche Rolle sehen Sie für die Handwerkerbetriebe in der Kreislaufwirtschaft?

Camille Gira: Die Handwerksbetriebe sind wie prädestiniert für die Kreislaufwirtschaft. Sie sind innovativ, verrichten zugleich arbeitsintensive Techniken und können sich besonders im Bereich der Reparaturwirtschaft, in dem sie Know-how haben, gut positionieren. Ein weiteres wichtiges Thema der Kreislaufwirtschaft ist die Weiterentwicklung des Service-Gedankens. Um die Betriebe bei der Transition zur Kreislaufwirtschaft zu unterstützen, wurde gemeinsam mit Luxinnovation, und in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium, das Programm "Fit4Circularity" entwickelt. Dieses Programm soll den Betrieben helfen, die Potentiale der Kreislaufwirtschaft in ihrem Betrieb zu erkennen und für sich als Vorteil zu gewinnen. Um eine möglich breite Information zur Kreislaufwirtschaft und zum "Fit4Circularity" zu geben, hat auch die Super-DrecksKëscht in unserem Auftrag eine Informationskampagne gestartet.