Europäischer Dorferneuerungspreis 2016 geht nach Tirol in Österreich

Communiqué – Publié le

Der Wettbewerb 2016 um den 14. Europäischen Dorferneuerungspreis (EDEP) ist entschieden.

Eine hochrangige, interdisziplinär zusammengestellte, internationale Jury hat dieser Tage nach einer umfassenden Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Sitzung in München alle eingereichten Kandidaturen bewertet und die Gemeinde Fließ in Tirol, Österreich, zum Sieger des Europäischen Dorferneuerungspreises 2016 gekürt.

"Die Gemeinde Fließ in Tirol - Österreich beeindruckt mit einem beispielhaften, von den Gemeindeverantwortlichen initiierten, den BürgerInnen getragenen und von ExpertInnen begleiteten Entwicklungsprozess, der auf den vorhandenen Stärken und Chancen aufbaut und von einem umfassenden Problembewusstsein zeugt. Im Zentrum des vorbildlichen Entwicklungsgeschehens stehen eine ressourcenschonende Siedlungspolitik, eine zeitgemäße Baukultur zur Belebung der Ortskerne, die Schaffung bzw. Erhaltung von hochwertigen Einrichtungen und Dienstleistungen, die auf die Bedürfnisse aller Generationen und Bevölkerungsgruppen ausgerichtet sind, die Unterstützung von Landwirtschaft, Wirtschaft und Beschäftigung, die Förderung von Kunst und Kultur sowie die Pflege und Inwertsetzung von Natur- und Kulturlandschaft. Seien es die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit im Naturpark Kaunergrat, die Hinwendung zu einer mutigen Architektur, die kreativen Wege in der Schule oder die intelligente und integrationsfördernde Einbindung von AsylwerberInnen".

"Das Wettbewerbsmotto 'offen sein' wird in Fließ gelebt und hat die Gemeinde beispielgebend in Fluss gebracht", zeigt sich der Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, der niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll, in einer ersten Reaktion begeistert.

Neben der Siegergemeinde Fließ in Tirol, Österreich haben es noch weitere sieben Teilnehmer in die höchste EDEP-Preiskategorie des europäischen Wettbewerbs geschafft, darunter auch die Kandidatur Naturpark Our aus Luxembourg.

Der Naturpark Our – Luxembourg ist ein interkommunaler Zusammenschluss von acht Gemeinden im ländlichen Raum und steht als Garant für eine nachhaltige Entwicklung in vielfältigen Bereichen. So ist es den Naturpark-Gemeinden gelungen, die Region aus dem Dornröschenschlaf einer ehemaligen Randlage mit schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen zu wecken und durch abgestimmte Konzepte und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu einem attraktiven Wohn- und Arbeitsstandort zu entwickeln. Die äußerst erfolgreichen Bemühungen im Bereich Klimaschutz – die Naturpark-Region nimmt in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz eine Vorreiterrolle auf nationaler wie auch auf europäischer Ebene ein –, beim Aufbau zukunftsweisender technischer, sozialer, kultureller und Freizeitinfrastruktureinrichtungen, im Umgang mit der hohen ökologischen und naturräumlichen Bedeutung des Gebiets sowie in der Bewältigung demografischer Herausforderungen sind beispielhaft. Sie sind das Ergebnis einer über viele Jahre gewachsenen "offenen Zusammenarbeit" sowohl auf Ebene der BürgerInnen als auch auf jener der Unternehmen und der politischen Gremien. Diese Offenheit manifestiert sich ebenso in der selbstverständlichen Integration der ausländischen MitbürgerInnen, die in den Naturpark-Gemeinden fast 30 Prozent ausmachen, sowie in der Bereitstellungen von umgenutzter Bausubstanz für AsylbewerberInnen.

Somit wird die Kandidatur Naturpark Our – Luxembourg mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität ausgezeichnet.

An zehn weitere Teilnehmer im Wettbewerb wird ein Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung verliehen.

Sechs Gemeinwesen dürfen sich über einen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung freuen.
Wegen der hohen Qualität der Einreichungen wurde diesmal keine "lobende Anerkennung besonderer Leistungen" vergeben.

Aufgrund der außergewöhnlichen Mottogerechtigkeit hat sich die Jury dazu entschieden, der Gemeinde Spišský Hrhov in der Slowakei einen Sonderpreis für das wertschätzende Zusammenleben der Volksgruppen zuzuerkennen.

Die Preisverleihung, die den Höhepunkt einer mehrtägigen Veranstaltung mit Exkursionen, Ausstellungen und kulturellen Begegnungen bildet, und ein großes europäisches Fest sein wird, findet vom 8. bis 10. September 2016 in der Siegergemeinde des vergangenen Wettbewerbes, nämlich in der Plattensee-Gemeinde Tihany, Ungarn, statt.

Communiqué par le ministère de l’Agriculture, de la Viticulture et de la Protection des consommateurs