Décès du poète et écrivain luxembourgeois Jean-Paul Jacobs

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Am Dienstag, den 19. Juli 2016 verstarb an seinem Wohnort in Berlin im Alter von 75 Jahren der luxemburgische Lyriker und Schriftsteller Jean-Paul Jacobs. In seiner fünfzigjährigen literarischen Schaffenszeit war Jacobs, der 1941 in Esch/Alzette geboren wurde, eine wichtige und originelle Stimme im literarischen Leben Luxemburgs, dem er trotz der räumlichen Entfernung stets fest verbunden blieb. Nach dem Studium von Musikwissenschaften, Geschichte und Latein zog er im Jahr 1966 auf Anregung des österreichischen Schriftstellers H.C. Artmann nach Berlin, wo er seither lebte. Nach verschiedenen Tätigkeiten war er von 1975 bis 2006 Mitarbeiter der Staatsbibliothek zu Berlin.

Jean-Paul Jacobs schrieb, mit wenigen Ausnahmen, darunter imaginierten Telefongesprächen mit Roger Manderscheid auf Luxemburgisch (u.a. 'De Jean-Paul rifft de Roger un', 1993), vor allem in deutscher Sprache. Er debütierte in den 1960er Jahren mit Gedichten in der Tradition der sprachexperimentellen Lyrik und mit Erzählungen, in denen er in parodistischer Absicht Ideologiekritik mit literarischen und filmischen Mustern der Popkultur verband. Charakteristisch für seine spätere, nicht selten ironisch-melancholisch geprägte Lyrik sind Rollengedichte, die sich oft der Kulisse der höfischen Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert bedienen und durch Anspielungen und Referenzen ein Koordinatensystem der europäischen Literatur- und Musikgeschichte entstehen lassen. Für seinen Lyrikband 'Jenes Gedicht & Mit nichts' erhielt er 2005 den Prix Servais.

Jean-Paul Jacobs war bis zuletzt schöpferisch tätig. Sein letzter Lyrikband 'fragmente' erschien in der vorigen Woche. Im Vorwort des Autors heißt es über die den Band illustrierenden Acrylbilder von Clôt Jacobs, sie gehörten "in ihrer freiheit, ihrer zeitlosigkeit, in ihrer güte und schönheit, ihrer leichtigkeit und ihrem humor, ihrer kunstfertigkeit und ihrer geistigen toleranz zu den qualitäten, die uns unmissverständlich dazu verhelfen, die menschen zu werden, die wir gerne sein möchten". Mit diesen Worten ließen sich treffend auch seine eigenen Werke charakterisieren.

Communiqué par le Centre national de littérature