Karschnatz 2016

Communiqué – Publié le

Am 30. August 2016 wurde die traditionelle Erntebilanz in Anwesenheit des zuständigen Ministers für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz, Fernand Etgen, in den "Moulins de Kleinbettingen" vorgestellt. Die Verantwortlichen von "Moulins de Kleinbettingen", Lëtzebuerger Saatbaugenossenschaft (LSG) und Versis sowie Minister Fernand Etgen legten ihre diesbezüglichen Einschätzungen dar. Die Abhängigkeit der Landwirtschaft von der Natur ist in diesem Jahr wieder sehr deutlich sichtbar. 2016 hatte die Luxemburger Landwirtschaft mit viel Regen und Feuchtigkeit zu kämpfen, welche die Getreidekrankheiten förderten. Die "Moulins de Kleinbettingen" haben dadurch dieses Jahr 20 bis 25% weniger Lieferung an Körner feststellen müssen. Minister Etgen begrüßte deshalb umso mehr die Existenz solcher Unternehmen wie die "Moulins de Kleinbettingen", die durch ihre performanten Strukturen und Anlagen, die Primärprodukte qualitativ bearbeiten und somit die erwünschten Qualitätsparameter gewährleisten können. Diese Kompetenzen schätzte Minister Etgen als sehr wertvoll ein und erinnerte daran, dass durch das neue Agrargesetz entsprechende Investitionen in diesen Bereichen weiterhin stark gefördert werden können.

Minister Etgen hielt des Weiteren fest, dass es die Hauptaufgabe der Landwirtschaft und des Wein- und Gartenbaus ist, Lebensmittel von hervorragender Qualität herzustellen. Die Zukunft der Luxemburger Landwirtschaft liegt nicht in der Produktion billiger Massenware, sondern in der Herstellung von Qualitätsprodukten mit einer gewissen Wertschöpfung. Demnach ist in dem Bereich besonders vorteilhaft, dass entsprechende Initiativen und Qualitätslabels sich durchsetzen. Das Label "Produit du terroir", welches schon seit 20 Jahren besteht, wurde, in diesem Kontext hervorgehoben, da es auf den Prinzipien der integrierten Landwirtschaft beruht und durch rigorose Kontrollen dem Verbraucher eine Garantie bietet bezüglich der Qualität, Rückverfolgbarkeit und Regionalität. All diese Punkte sind maßgebend in einer nachhaltigen Entwicklung.

Des Weiteren ging Minister Fernand Etgen auf die zurzeit sehr niedrigen Weltmarktpreise im Getreidesektor ein, welche das Einkommen der Landwirte direkt und indirekt beeinflussen.

Zusammenfassung der Ernte 2016 (Informationsstand vom 26. August 2016):

1. Erträge:

  • Die Erträge sind sehr heterogen und daher sehr schwer als Mittelwert greifbar. Die Erträge liegen beim allen Kulturen im Durchschnitt unter dem langjährigen Mittelwert. Speziell die Wintergerstenerträge sind deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
Beim Winterraps mit rund 20% unter dem langjährigen Durchschnitt ist das feste Preisniveau allerdings positiv zu sehen.

2. Qualität:

  • Die Qualität ist sehr heterogen und daher sehr schwer als Mittelwert greifbar.
  • Auswuchs wurde teilweise festgestellt bei Triticale, Roggen (sind beide sehr empfindlich) und verschiedenen A und B- Weizensorten (kein sichtbarer Auswuchs aber schlechte Fallzahlwerte = beginnender Auswuchs im Korn).
  • Fusarien (Getreidepilze) waren bei einzelnen Partien wohl vorhanden aber diese Partien wurden aus dem Nahrungsmittelkreislauf ausgesondert.
→ Die Aufbereitungsmaschinen haben insgesamt sehr gute und wertvolle Dienste erwiesen, sowohl bei diesem Problem als auch beim schwachen Hektoliter-Gewicht !

  • Mutterkornbefall war erfreulicherweise auch dieses Jahr KEIN Thema.
  • Eine Fungizid-Behandlung hatte bei allen Kulturen dieses Jahr eine sehr gute Wirkung mit Ertragssteigerungen gegenüber unbehandelt von 20 bis 30% was enorm ist. (Teilweise auch Ursache für die Heterogenität der Erträge.)
  • Das Wetter war zu Beginn sehr unbeständig, der Hauptteil der Ernte konnte jedoch unter normalen Bedingungen geerntet werden.
  • Die Trockner kamen dieses Jahr wieder zum Einsatz, wenn auch nur in geringen Umfang (Wintergerste, Raps, erste Weizenpartien).

3. Preise:

  • Die Preise sind zurzeit im Mittel etwa 10-15% unter Vorjahresniveau und somit in etwa auf dem Niveau der letzten 3 Jahre. Ausnahme Wintergerste mit rund 20% unter diesem Vergleichspreis.
  • Die Körnerrapspreise sind gut mit steigender Tendenz (kompensiert teilweise die geringeren Erträge).

Communiqué par le ministère de l'Agriculture, de la Viticulture et de la Protection des consommateurs