Aktions- und Managementplan "Biber"

Communiqué – Publié le

Der eurasische Biber ist das zweitgrößte Nagetier der Welt und war einst in ganz Europa weit verbreitet. Bedingt durch eine intensive Jagd wurde der Bestand der Biber europaweit von 1-2 Millionen auf etwa 1.000 Tiere reduziert. Einst fast vom Menschen ausgerottet wegen seines begehrten Felles und seines Fleischs, breitet der Biber sich nun wieder aus. Auch in der Großregion und in Luxemburg ist der Biber wieder anzutreffen und gilt seit 1992 auf europäischer und luxemburgischer Ebene als geschützte Art. Momentan sind in Luxemburg rund 20 Standorte des eurasischen Bibers bekannt.

Biber schaffen wertvolle Biotope

Als semiaquatisches Tier lebt der Biber in selbstgebauten Wohnkesseln an Gewässern. Dem aufmerksamen Beobachter können einige Hinweise in Gewässernähe auffallen, welche auf die Präsenz des Bibers hindeuten. So sind in Biberrevieren angenagte Bäume, Totholz oder auch Biberdämme oder -burgen zu finden. Als reiner Vegetarier ernährt sich der Biber ausschließlich von Pflanzenmaterial. Wo der Biber sich niederlässt, gestaltet er aktiv seine Umwelt, indem er Dämme baut und somit den Wasserstand reguliert. Dies wiederum bietet anderen Arten, wie Insekten, Amphibien oder Vögeln, neuen Lebensraum. So entsteht durch die Bauaktivitäten des Bibers oft ein artenreiches Biotop.

Neuer Aktionsplan tritt in Kraft

Trotz seiner positiven Auswirkungen auf die Biodiversität und den Gewässerzustand kann der Biber auch Konflikte mit menschlichen Interessen verursachen. In der Landwirtschaft können z.B. Schäden an Kulturen (wenn auch minimal) oder das Vernässen von Flächen durch Dammbau Anlass zur Besorgnis sein. Solche Konflikte sind jedoch meistens lösbar.

Im Sinne dieser Herausforderungen, haben das Nachhaltigkeitsministerium und die Naturverwaltung kürzlich das erste Treffen der Begleitgruppe für die Ausarbeitung eines Aktions- und Managementplans für den Umgang mit Bibern in Luxemburg abgehalten. Teilnehmer dieser Arbeitsgruppe sind sowohl staatliche Institutionen als auch verschiedene Interessengruppen aus den Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz, Fischerei, Wasserwirtschaft und Infrastruktur. In den kommenden Monaten werden diese Akteure sich weiterhin regelmäßig treffen um gemeinsam das zukünftige Bibermanagement in Luxemburg zu definieren.

Biber-Standorte bitte an Naturverwaltung melden!

Die Naturverwaltung ruft die Bevölkerung auf, Biberaktivität zu melden (biber@anf.etat.lu oder Tel.: 40 22 01 516). Frühe Kenntnis der Standorte ermöglicht in vielen Fällen, durch gezielte Information der Anrainer möglichen Konflikten vorzubeugen.

Communiqué par le Département de l'environnement