Interview von Claude Meisch im Luxemburger Wort

Claude Meisch: "Das Abschlussexamen bleibt das gleiche, egal auf welcher Sektion die Fächer unterrichtet wurden."

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Interview : Luxemburger Wort (Michèle Gantenbein)

Michèle Gantenbein: Kritiker befürchten, dass es durch die neuen Fächerkombinationen zu einem unübersichtlichen Angebot und zu uneinheitlichen Diplomen kommt. 

Claude Meisch: Es gibt einen klaren Rahmen, innerhalb dessen die Schulen neue Fächerkombinationen anbieten können. Sie können also nicht komplett machen, was sie wollen. Das Abschlussexamen bleibt das gleiche, egal auf welcher Sektion die Fächer unterrichtet wurden. Im Zeitalter der Digitalisierung müsste es auch möglich sein, alle Angebote online zu stellen, so dass jeder Zugang zu den gewünschten Informationen hat. Wir werden im Übrigen eine Kartografie der Angebote erstellen.

Michèle Gantenbein: Am bestehenden Sprachen-system im Classique ändert sich nichts. Wie wollen Sie das Sprachenproblem lösen? 

Claude Meisch: Manche Schulen bieten Mathematik auf Deutsch oder Französisch als Fremdsprache auf 7e an. Manche Technique-Ausbildungen werden komplett auf Französisch angeboten. Dazu kommen internationale und europäische Klassen. Wir unterstützen diese Vielfalt. Wir dürfen aber Schülern, die fähig sind, ein hohes Niveau in den drei Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch zu erreichen, diese Chance nicht nehmen, indem wir das Bestehende abschaffen. 

Michèle Gantenbein: Warum werden die 13e-Examen erst 2018/19 reformiert?

Claude Meisch: Die Sektionenstruktur im Classique ist homogener als die im Technique. Deshalb reduzieren wir zunächst die Zahl der Prüfungsfächer im ES. Manche halten das für ungerecht. Doch auch heute gibt es Unterschiede zwischen dem ES und dem EST, z. B. was die Zahl der Examensfächer angeht. Außerdem kann man im Technique mehr Fächer abwählen als im Classique.