SpaceResources.lu: Erstmalige FNR Förderung für Projekte zur Weltraumerkundung

Communiqué – Publié le

SpaceResources.lu: Erstmalige FNR Förderung für Projekte zur Weltraumerkundung

Zum ersten Mal hat der Fonds National de la Recherche (FNR) Projekte zur Förderung zurückbehalten die zur Entwicklung der SpaceResources.lu Initiative beitragen werden. Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) und das Interdisciplinary Center for Security, Reliability and Trust (SnT) and der Universität Luxemburg erhalten jeweils Förderung für kollaborative Projekte mit Monderforschungsfirma ispace, die in Luxemburg ihren Sitz hat. Es handelt sich um eine FNR Gesamtinvestition von rund 700,000 EUR.

Die Projekte wurden bei den jeweiligen Programmen CORE-PPP und AFR-PPP zur Förderung ausgewählt.

Luxemburg, ein Pionier im Weltall

Luxemburg hat seit der Verabschiedung eines neuen Gesetzes zur Klärung von Eigentumsrechten im All international auch sich aufmerksam gemacht. Das Großherzogtum ist das erste europäische Land welches einen Gesetzesrahmen bietet der privaten Firmen die Rechte sichert an denen von ihnen im Weltraum gewonnenen Ressourcen. Diese Rechtsgrundlage ist eine wichtige Maßnahme einer Gesamtstrategie, die vom Ministerium für Wirtschaft umgesetzt wird, im Rahmen der Initiative SpaceResources.lu. Die Initiative hat es als Ziel, innovative Projekte im Bereich fortschrittlicher Weltraumtechnologie zu fördern.

Luxemburg ist schon lange im Bereich 'space innovation' aktiv: 1985 entstand aus einer public-private Partnerschaft die Société Européenne des Satellites, heute bekannt als der grösste kommerzielle Satellitenanbieter SES, mit Hauptsitz in Luxemburg.

FNR und die SpaceResources.lu Initiative

Im April 2017 war der FNR Teil einer Delegation die - angeführt von Luxemburgs Erbgroßherzog - im Rahmen einer Wirtschaftsmission an die Westküste der USA reiste. Teil der Mission war zum Beispiel ein Besuch im NASA Ames Forschungszentrum, mit dem der FNR ein Kooperationsabkommen hat, sowie Besuche bei Weltraumfirmen die ihr Interesse in die SpaceResources.lu Initiative geäußert haben.

Marc Schiltz, Generalsekretär des FNR, betont wie wichtig es ist öffentliche Forschung von Beginn an zu involvieren:"Öffentliche Forschung wird bei der Entwicklung der SpaceResources.lu Initiative von Anfang an eine wesentliche Rolle spielen. Der FNR widmet sich voll und ganz der Unterstützung dieser Initiative,indem wir innovative Spitzenforschung fördern, sowie Kollaborationen ermöglichen zwischen den öffentlichen Forschungsinstitutionen in Luxemburg und den Firmen die bei dem Unterfangen Weltraumforschung mitmachen."

Die Projekte

ispace Europe ist erfreut über die zwei neuen FNR-geförderten ‚Space Resources‘ Projekte die als ‚public-private partnerships‘ (PPPs) laufen werden. Kyle Acierno, leitender Direktor von ispace Europe betont:"PPP Projekte wie diese bringen ispace ein Stück näher an sein Ziel die Präsenz des Menschen im Weltall zu verstärken, durch das Benutzen der Ressourcen auf dem Mond. Wir sind dem FNR sehr dankbar für die Unterstützung."

ispace Europe wird mit dem SnT der Universität Luxemburg daran arbeiten Lösungen zur Oberflächennavigation zu entwickeln, welche bei zukünftigen 'rover' Missionen zum Mond das Erfassen von Wasser ermöglichen sollen.

Das Start-up, mit Ursprung in Japan, wird auch mit dem Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) zusammenarbeiten, um das Massenspektrometer des LIST zur Reife zu bringen, ein Instrument das ispace benutzen wird um das erfasste Wasser auf dem Mond zu charakterisieren. Julien Lamamy, Ingenieur Manager bei ispace Europe sagt:"Unsere Partnerschaften mit der Universität Luxemburg und LIST sind unverzichtbar für den zukünftigen Erfolg dieser bahnbrechenden Missionen."

SnT und ispace: Entwicklung eines Navigationssystems für den 'lunar exploration rover'

Um es möglich zu machen die Oberfläche des Mondes besser zu untersuchen und dessen Ressourcen gewinnen zu können, hat ispace einen kleinen Mondrover (lunar exploration rover) entwickelt. Weil das momentane Navigationssystem jedoch sehr einfach gestaltet ist, liegt der Fokus bei dem Project von SnT und ispace darauf ein ausgereifteres Navigationssystem zu entwickeln. Das System wird die unter anderem die Fähigkeiten haben Ressourcen aufzuspüren, zu lokalisieren, sowie Bewegungen zu planen, und wird an die komplizierten Bedingungen des Mondes angepasst werden.

Der FNR unterstützt dieses Projekt durch sein AFR-PPP Programm, in Form einer PhD Förderung für Phillippe Ludivig. Der Forscher wird abwechselnd bei ispace Europe und dem SnT an dem Projekt arbeiten. Projektbetreuer sind Holger Voos (SnT) und Julien-Alexandre Lamamy (ispace Europe S.A.).

LIST und ispace: Entwickeln eines Detektors für ein kompaktes Massenspektrometer

ispace und LIST haben eine strategische Partnerschaft auf die Beine gestellt um eine erste Mission zu entwickeln: Das 'Roving Spectrometer Programm', welches als Ziel hat Mondressourcen zu untersuchen, zum Beispiel durch das Erfassen und Analysieren von Wasser. Diese Kollaboration wird auf einem früheren Projekt (Fieldspec) bauen, welches auch vom FNR über das PoC Programm mit über 1 MEUR gefördert wurde.

Ein Hochleistungs-Massenspektrometer, welches in der LIST Abteilung 'Material Research and Technology' entwickelt wurde wird in einem ispace Micro Mondrover eingebaut werden. Das Ziel des Projekts zwischen LIST und ispace ist es ein eindimensionalen 'focal plane detector' für das Massenspektrometer zu entwickeln, der den Bedingungen im Weltall angepasst ist.

Am Ende des Projekts soll der Detektor soweit entwickelt sein, dass er in einer Weltraum Umgebung getestet werden kann. Diese Entwicklung wird nicht nur zum Fortschritt des Roving Spectrometer Programms beitragen, sondern auch erheblich zum globalen Fortschritt des LIST - und somit auch Luxemburgs - Aktivitäten im Bereich der Instrumentation für hochauflösende, hochsensible Nano-Analyse beitragen.

Der FNR unterstützt dieses Projekt durch sein Programm CORE-PPP, mit einer Förderung in Höhe von 499,470 EUR. Hauptuntersuchungsleiter ist Quang Hun Hoang (LIST), Tom Wirtz (LIST) wird als wissenschaftlicher Berater beitragen, und Julien Alexandre-Lamamy verantwortlicher Forscher bei ispace Europe S.A.

Über iSpace

iSpace Europe S.A. ist eines von vielen Unternehmen, die sich in Folge der SpaceResources.lu Initiative in Luxemburg niedergelassen haben. Im September 2010 von Takeshi Hakamada gegründet handelt es sich bei iSpace um ein privates Mondforschungs-Unternehmen mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von mikro-robotischen Systemen. Diese dienen der Lokalisierung, Charakterisierung, Extrahierung, Produktion und Lieferung von Ressourcen der Mondoberfläche an Kunden auf dem Mond und zwischen Mond und Erde.

In Zusammenhang mit der SpaceResources.lu Initiative unterzeichnete iSpace im März 2017 ein Memorandum of Understanding (MoU) mit der Luxemburger Regierung. Hierbei lag der Fokus auf der Entwicklung miniaturisierter Technologie zur Entdeckung, Ausarbeitung und Nutzung von Mondressourcen. CEO Takeshi Hakamada ist gleichzeitig HAKUTO Teamleiter, eines der Finalisten-Teams des Google Lunar XPRIZE.

ispace-inc.com

Über die SpaceResources.lu Initiative

Aufbauend auf seiner langen Geschichte in der kommerziellen Satellitenkommunikationsbranche strebt Luxemburg eine führenden Rolle in der Erforschung und Nutzung von Weltraumressourcen an. Das Ziel ist sicherzustellen, dass diese unter Luxemburgs Zuständigkeitsbereich erforschten Ressourcen einem friedlichen Zweck dienen. Ebenso sollen diese Ressourcen auf nachhaltige Art und Weise und unter Berücksichtigung internationaler Richtlinien sowie dem Wohle der Menschheit erfasst und genutzt werden.

Mit der SpaceResources.lu Initiative bietet Luxemburg den im Bereich der Erforschung und kommerziellen Verwendung von Weltraumressourcen tätigen Unternehmen einen attraktiven Gesamtrahmen, der zwar das Rechtsregime mit einbezieht, sich aber nicht ausschließlich darauf reduziert.

www.SpaceResources.lu

Über den Fonds National de la Recherche Luxemburg

Der Fonds National de la Recherche (FNR) ist Hauptförderer von Forschungsaktivitäten in Luxemburg. Er investiert öffentliche Gelder sowie private Spendengelder in Forschungsprojekte verschiedener Wissenschaftszweige, unter Hervorhebung ausgewählter kernstrategische Bereiche.

Darüber hinaus unterstützt und koordiniert der FNR Aktivitäten, die die Verbindung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken und Forschung im allgemeinen Bewusstsein verankern sollen.

In Sachen Forschungspolitik und –strategie tritt der FNR gegenüber der Luxemburger Regierung beratend in Kraft.

Innovative Unternehmen arbeiten mit Forschern an der Zukunft. Durch das Erleichtern von Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften hilf der FNR dabei, Forschung und Industrie zusammen zu bringen.

www.fnr.lu

Veröffentlicht vom FNR und dem Ministerium für Wirtschaft