12. Saar-Lor-Lux Tagung für klinische und experimentelle Virologie

Communiqué – Publié le

Am vergangenen Freitag lud das Institut für Immunologie (Laboratoire national de santé/CRP-Santé) unter der Leitung von Prof. Dr. Claude P. Muller zum diesjährigen Saar-Lor-Lux Symposium über Virusforschung ein.

Zum zwölften Mal trafen sich rund 60 Wissenschaftler aus Homburg, Luxemburg und Nancy, um auf diese Weise ihre Forschungsergebnisse in Form von Vorträgen und Diskussionen auszutauschen. Die diesjährige Tagung hatte mit Rednern aus Argentinien, Moldawien, Thailand der Zentralafrikanischen Republik, sowie Gästen aus Georgien und Usbekistan einen mehr als regionalen Charakter.

Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Muller am Institut für Immunologie stellte mehrere Vorträge zur molekularen Epidemiologie verschiedener Viren sowie Interaktionen zwischen Viren und dem menschlichen Immunsystem vor.

So präsentierte die Doktorandin Chantal Snoeck (Luxemburg) eine Studie über neue hoch-pathogene Varianten des Newcastle-Virus, die das Institut vor kurzem in Geflügel in West-Afrika entdeckt hat.

Prof. Muller berichtete über den Austausch von Genen zwischen verschiedenen Linien von H5N1 Influenzaviren in West-Afrika, was offenbar zu einer verbesserten Anpassung an die dortigen klimatischen Bedingungen geführt hat. Diese Viren bedrohen die Geflügelbestände eines ganzen Kontinents und haben damit für die Versorgung der dortigen Bevölkerung mit wichtigen Eiweissen eine herausragende Bedeutung. Das Institut für Immunologie in Luxembourg ist eines der ersten Forschungsinstitute, das sich systematisch mit diesem Problem in Afrika beschäftigt.

Anna Reye (Doktorandin) stellte die Ergebnisse der Luxemburgischen Zecken Studie und die von diesen übertragenen Krankheitserreger vor. Obwohl im Saarland die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vor kurzem vorgekommen ist, wurde FSME in Luxemburg bisher nicht nachgewiesen. Gastwissenschaftler Alexandru Movila aus Moldawien der z.Z. im Institut für Immunologie arbeitet, stellte seine Ergebnisse über Zecken und deren Krankheitserreger in Moldawien vor.

Iris Andernach (Doktorandin, LNS-II) beschäftigt sich mit der weltweiten Ausbreitung und Evolution von Hepatitis B Viren und untersuchte diese im historischen Kontext des transatlantischen Sklavenhandels. Zusammen mit dem thailändische Gastwissenschaftler Prapan Jutavijittum hat das Instititut für Immunologie einen Hepatitis B Genotyp in Laos entdeckt, über den dieser referierte.

Die Doktorandin Julia Kessler (LNS-II) präsentierte neue Erkenntnisse zur Interaktion verschiedener Masernviren mit dem menschlichen Immunsystem. Das Institut für Immunologie in Luxembourg ist eines von weltweit 4 "Collaborating Centers for Measles" und Europäisches Referenzzentrum der WHO und trägt mit seinen Forschungsergebnissen zum Ziel der WHO bei, Masern weltweit auszurotten.

Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Nikolaus Mueller-Lantzsch, Direktor des Virologischen Instituts und Prof. Dr. A Meyerhans in Homburg/Saar beschäftigt sich mit dem Wachstum des humanen Retrovirus (HERV-k) sowie mit der Interaktion des HIV mit Zellproteinen und wie solche Interaktionen therapeutisch umgesetzt werden können.

Die Arbeitsgruppe von Dr. K. Römer (Homburg) stellte neue Ergebnisse zum Tumorsuppressorprotein P53 vor.

Die Forschergruppe um Véronique Venard (Universität Nancy) stellte eine neue Methode zur Diagnose von Adenoviren nach Organtransplantationen vor.

Prof. Dr. Alain Le Faou (Direktor des Institut Pasteur, Zentralafrika) präsentierte eine Studie zur epidemiologischen Ausbreitung von Tollwutviren in streunenden Hunden in der Hauptstadt Bangui.

Arbeiten zum Virus-induzierten Zelltod sowie Tests zur Wirksamkeit gängiger Desinfektionsmittel wurden von der Gruppe um Prof. Dr. Raphaël E. Duval vorgestellt.

Solche internationalen Begegnungen, die den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern in der Grossregion und darüber hinaus fördern, sind besonders für die Doktoranden der teilnehmenden Institute sehr wichtig. Diese zwölfte Ausgabe der Saar-Lor-Lux Symposien, die reihum in Luxemburg, Nancy und Homburg stattfinden, wurde vom luxemburgischen Gesundheitsministerium unterstützt.

(communiqué par le Laborantoire national de santé)