Barrieren in den Köpfen sollen abgebaut werden
Menschen mit Behinderung sollen die gleichen Möglichkeiten haben, ihren Alltag, ihre Freizeit, ihr Berufs- und Familienleben zu gestalten wie Menschen ohne Behinderung. Die Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen am 26. Oktober 2012 und der darauffolgende Aktionsplan, der im März dieses Jahres vorgestellt wurde, setzen ein Zeichen des Umdenkens.
Der Aktionsplan beinhaltet vielfältige Maßnahmen in den Bereichen Barrierefreiheit, Transport, Bewusstseinsbildung und Information, Arbeit und Beschäftigung, Schule und Erziehung, Autonomie und Inklusion, Gesundheit, Gleiche Anerkennung vor dem Recht, Nichtdiskriminierung und Gleichstellung sowie das Thema der barrierefreien Kommunikation.
Als übergeordnetes Ziel steht jedoch die Inklusion. Hier gilt es, Menschen mit besonderen Bedürfnissen erst gar nicht auszugrenzen, sondern jeden so anzunehmen wie er ist. Inklusion kann nur funktionieren, wenn unsere Umwelt und unser Umfeld angepasst sind. Eine Menge Vorurteile bilden sich häufig bereits im Kindsalter. Es ist deshalb vorrangig, das Problem an der Wurzel zu packen und bei den Kindern Sensibilisierungen sowie Bewusstseinsbildungskampagnen zu starten.
Das Familienministerium hat bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen. Für Jugendliche wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben: sie wurden eingeladen, ein Storyboard zum Thema Behinderung zu entwerfen. Die Siegergruppe wird dann ihren Film realisieren können, und dieser wird der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Nächstes Jahr soll eine "Dizaine de l’inclusion" dazu dienen zu zeigen, wie behinderte und nichtbehinderte Grundschüler zusammen leben können. Und auch die Realisierung des Jahreskalenders 2013 des luxemburger Konsumentenschutzes, mit Schwerpunkt "Inklusives Leben von Menschen mit Behinderungen" zeigt deutlich, wie ein Leben ohne Barrieren aussehen kann. Die dort veröffentlichten Bilder sagen oft mehr als Worte.
Die UN-Behindertenrechtskonvention erkennt, dass bestehende Barrieren den einzelnen Menschen erst richtig behindern. Damit jeder voll und ganz seine Rechte ausüben kann, gilt es erst einmal fundamentale Rechte wie die der Inklusion und der Barrierefreiheit zu garantieren. Menschen mit Behinderung, die "weltweit größte Minorität", stehen nämlich oft vor Barrieren, die ihnen eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erschweren, respektive unmöglich machen. Darüber hinaus sollten wir nie vergessen, dass nicht nur behinderte Menschen, sondern viele BürgerInnen Nutznießer einer barrierenfreien Welt sind.
Das oberste Ziel ist also eine Welt für alle zu schaffen, die Möglichkeiten für alle offen hält, damit alle als Gemeinschaft zusammenwachsen. Hier kann und soll jeder mithelfen, damit als erstes die Barrieren in den Köpfen abgebaut werden, um dem Ziel einer inklusiven und barrierefreien Gesellschaft näher zu kommen.
Marie-Josée JACOBS Familien-und Integrationsministerin
Communiqué par le ministère de la Famille et de l'Intégration
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