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> home > Salle de presse > Interviews > 2008 > Janvier 08 > Le Premier ministre au sujet de la situation internationale sur les marchés financiers

Interview
Le Premier ministre au sujet de la situation internationale sur les marchés financiers
"ARD" du 23-01-2008

Vers le niveau supérieur
ARD: Gestern haben sich die EU-Finanzminister in Brüssel getroffen, den Vorsitz dieser Runde hat Jean-Claude Juncker, und der ist uns aus Luxemburg zugeschaltet. Schönen guten Morgen.

Jean-Claude Juncker: Guten Morgen.

ARD: Herr Juncker, halten Sie denn den drastischen Zinsschritt der USA für richtig?

Jean-Claude Juncker: Ich habe es mir abgewöhnt Entscheidungen von Zentralbanken zu kommentieren. Dieser Schritt der Fed von gestern zeigt, dass die Rezessionsdrohung in den USA ernst genommen wird, sowohl die Administration als auch die Zentralbank haben dementsprechend reagiert.

ARD: Auch wenn Sie das vielleicht nicht kommentieren wollen, glauben Sie denn, dass das nachhaltig wirkt, also die Börsen nachhaltig positiv stimmt?

Jean-Claude Juncker: Jedenfalls ist feststellbar, dass die sofortige Wirkung eine positive war. Es ist zu hoffen, dass dies über die Tage anhält.

ARD: Frankreich denkt offenbar laut drüber nach, ob die EZB nicht auch die Zinsen sinken müsste. Halten Sie das für richtig?

Jean-Claude Juncker: Die europäische Zentralbank, die eine unabhängige Währungsinstitution ist, ist nicht weisungsgebunden, insofern verbietet das mir eigentlich öffentliche Ratschläge nach Frankfurt zu geben.

Man muss einfach sehen, dass wir in der Europäischen Union, und vornehmlich in der Eurozone völlig anders aufgestellt sind als unsere amerikanischen Freunde. Unsere Grunddaten sind gut, unser Wirtschaftswachstum von der Prognose her sieht sich gut an. Wir haben unsere Haushaltsdefizite unter die 1% Marke in der Eurozone abgesenkt, unsere Leistungsbilanz ist positiv. Wir können mit antizyklischer Politik auf Grund des revidierten Stabilitätspaktes situationskonform reagieren, die amerikanischen Kollegen haben diese Reaktionsmargen nicht.

Ich kann auch nicht erkennen wo es Gründe für eine weltweit um sich greifende Rezession gäbe. Nein, dieses Problem ist in den USA entstanden, und es muss auch vornehmlich dort gelöst werden. Es gibt keinen Grund dass wir in Europa genau das Gleiche tun wie das was jetzt in den USA [wird unterbrochen]

ARD: Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass gestern alle Finanzminister der EU zusammen sassen, und alle so gelassen waren. Worüber wurde denn diskutiert? Also gab es nicht doch vielleicht auch widerstreitende Meinungen, wie man mit einer drohenden Rezession in den USA umzugehen hat?

Jean-Claude Juncker: Die eigentliche massgebliche Sitzung fand am Montag Abend statt, in der Eurogruppen Runde, und dort hat es vom Analytischen her, Einvernehmen darüber gegeben, dass wir in Europa wohl von einer Wachstumsabschwächung ausgehen müssen, dass es aber keinen Grund für Panik gibt.

Tatsache wird sein, dass die Wirtschaft der Eurozone im Jahre 2008 leicht unter 2% wachsen wird, und nicht wie noch im Herbst angesagt 2,3%, 2,4%. Wir werden unter unserem Wachstumspotenzial bleiben.

Dadurch dass sich die amerikanische Wirtschaft merklich abkühlen wird, wird es auch in Europa zu wachstumsabschwächenden Tendenzen kommen. Diese werden wiederum gegenbalanciert durch ein nach wie vor robustes Wachstum, vor allem in den Schwellenländern.

Und wenn wir es schaffen, und ich hoffe dass wir das schaffen, dass wir das Vertrauen der Verbraucher in Europa auf anhaltendem hohen Niveau behalten, weil es ja keinen Grund zur Panik gibt, dann wird diese Krise, die aus Amerika kommt, uns zwar berühren, wird unsere Wachstumsperspektiven abschwächen, wird aber keineswegs in Europa zu den Verwerfungen führen, die wir aktuell in Amerika beobachten.

ARD: Also auch da hört man kein Grund zur Panik, aber was ist denn eigentlich passiert, denn bislang war es ja so, dass die europäische Wirtschaft sehr stark auf die amerikanische fixiert war? Jetzt sagen Sie, im Grunde genommen hat Europa es geschafft, sich so ein bisschen abzukoppeln. Wie haben wir das geschafft?

Jean-Claude Juncker: Also, ich mag den Ausdruck totale Abkoppelung europäischer Verhältnisse von amerikanischen nicht so sehr, aber man stellt fest, man muss feststellen, dass wir von der Wachstumsperspektive her betrachtet uns in einer wesentlich besseren Lage befinden als die USA.

Die Tatsache auch, dass in Europa trotz aller Unkenrufe in allen Euroländern Strukturreformen vorgenommen wurden, die uns mittelfristig in unserem Wirtschaftsgefüge gefestigt haben, die Tatsache, dass Haushaltskonsolidierung in sehr weitem Ausmasse von fast allen Euromitgliedstaaten vorgenommen werden, ergibt in der Summe ein besser aufgestelltes Bild der europäischen Währungszone, als das was in den USA zur Zeit stattfindet. Es ist einfach so, wir sollten uns darüber nicht beklagen.

ARD: Nee, im Grunde ist es ja auch Grund zur Freude. Noch einmal ganz kurz, glauben Sie denn tatsächlich, dass es in den USA zu einer Rezession kommt, oder kann dieses Konjunkturprogramm das Bush angekündigt hat möglicherweise das noch umgehen, das Schlimmste?

Jean-Claude Juncker: Die Tatsache, dass Präsident Bush ein Konjunkturprogramm in der Höhe von 1% Bruttosozialprozentpunkten, und die Tatsache dass die amerikanische Zentralbank diesen Zinsschritt gestern vorgenommen hat, zeigen ja, dass auch in den USA die Rezessionsgefahr als sehr ernsthaft gegeben eingeschätzt wird. Ob es zu rezessiven Ausweitungen in den USA kommt, und ob diese Rezessionserscheinungen die reale Ökonomie in Europa erreichen, wird man sehen müssen. Falls sie die europäische Realökonomie erreichen sollten, hat das Regelwerk des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspaktes Instrumente zu Haufe zur Hand um darauf reagieren zu können.

ARD: Jean-Claude Juncker war das, Mister EU-Finanzminister kann man sagen, herzlichen Dank für Ihre Analyse. Offensichtlich ist es für uns ja dann doch besser als wir zwischenzeitlich befürchtet haben.



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