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> home > Salle de presse > Interviews > 2008 > Mai 2008 > "Ohne Jobs keine Zukunft". Jean-Louis Schiltz au sujet de la situation au Kosovo et des efforts de la coopération luxembourgeoise dans la région

Interview
"Ohne Jobs keine Zukunft". Jean-Louis Schiltz au sujet de la situation au Kosovo et des efforts de la coopération luxembourgeoise dans la région
"Télécran" du 07-05-2008

Vers le niveau supérieur
Télécran: Herr Minister, warum ist das Kosovo eine Priorität für die EU und für Luxemburg?

Jean-Louis Schiltz: Das Kosovo befindet sich mitten in Europa, zweieinhalb Flugstunden von Luxemburg entfernt. Wir haben Flüchtlingswellen aus dem Kosovo miterlebt. Es kann uns nicht egal sein, was auf dem Balkan geschieht. Die EU trägt eine spezielle Verantwortung. Sie hat die Eulex-Mission in die Wege geleitet, um dem Kosovo den Weg in die Rechtstaatlichkeit zu ebenen. Eulex kümmert sich hauptsächlich um den Aufbau der Justiz und der Polizei. Doch all diese Anstrengungen werden vergeblich sein, wenn die Menschen keine Arbeit haben. Es reicht nicht, den Aufbau des Rechtstaates mit militärischer Präsenz abzusichern.

Télécran: Da trifft es sich gut, dass Sie nicht nur Verteidigungs-, sondern auch noch Kooperationsminister sind....

Jean-Louis Schiltz: Als "post-conflict"-Zone, ist das Kosovo der Ort, an dem wir die konsequenteste Herangehensweise haben. Unser größtes Militärkontingent ist dort stationiert - 23 von insgesamt 40 Soldaten im Auslandeinsatz befinden sich im Kosovo. Und wir verfügen über ein eigenes Kooperationsbüro vor Ort. Im Afghanistan haben wir unsere Kooperationshilfe an UNO-Agenturen delegiert.

Télécran: Was ist das Konzept der Luxemburger Kooperation im Kosovo?

Jean-Louis Schiltz: Wir helfen in drei Bereichen: Berufsausbildung, Gesundheit und Vorschule. Die entsprechenden Projekte werden von Lux-Development verwirklicht oder in Zusammenarbeit mit der Caritas. Hintergrund ist folgende Erkenntnis: In ein Land, in dem Korruption vorherrscht, wird nicht investiert. Folglich fehlt es an Arbeitsplätzen. Dies wiederum erzeugt Perspektivlosigkeit. Damit ist der Weg zur Gewalt und Unsicherheit vorgezeichnet. In dieser Abwärtsspirale kann es keine Entwicklung geben. Unser Ziel ist es, eine Umkehrung dieser Spirale zu bewirken. Und das geht nur über soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Nur so kann man eine Zukunftsvision für das Kosovo bewirken.

Télécran: Was heißt das konkret?

Jean-Louis Schiltz: Sechs Millionen Euro jährlich innerhalb der kommenden fünf Jahre wird Luxemburg für die Entwicklung im Kosovo bereitstellen. Dies ist ein beträchtlicher Kraftakt. Im vergangenen Jahr haben wir dort nur drei Millionen investiert. Im Juli findet die große Geberkonferenz zugunsten des Kosovo statt. Wir gehen davon aus, dass andere Länder unserem Beispiel folgen werden.

Télécran: Sie haben mit dem Premierminister des Kosovo und mit einem Vertreter der serbischen Opposition gesprochen. Welchen Eindruck haben Sie?

Jean-Louis Schiltz: Die Erklärungen des Premierministers haben mich beeindruckt. Knapp zwei Monate nach der Unabhängigkeitserklärung einigte sich die Regierung auf eine Verfassung, die den Schutz der Minoritäten verankert. Die Richtung stimmt. Beim serbischen Politiker beeindruckte mich, dass er gar nicht dem Bild entsprach, das oft von den Serben gezeichnet wird. Er stellt sich nämlich nicht außerhalb der Institutionen, sondern akzeptiert das neue Kräfteverhältnis und spielt seine Rolle im Parlament.

Télécran: Wie stabil ist die Lage im Kosovo?

Jean-Louis Schiltz: Die Ereignisse kürzlich in Mitrovica haben gezeigt, dass die Gewalt zu jedem Moment wieder aufflammen kann. Die militärische Präsenz der Nato bleibt notwendig.



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