Le Gouvernement du Grand-Duché de Luxembourg Informations et Actualités du Gouvernement du Grand-Duché de Luxembourg
x x Recherche
x xx Recherche avancée x x
  Home | Nouveautés | Newsletter | Liens | Vos réactions | Contact Aide | Index | A propos du site
      ImprimerEnvoyer à

> home > Salle de presse > Interviews > 2008 > Juin 2008 > "4 Fragen an Jeannot Krecké". Jeannot Krecké au sujet de la spéculation sur les fonds à risque

Interview
"4 Fragen an Jeannot Krecké". Jeannot Krecké au sujet de la spéculation sur les fonds à risque
"Tageblatt" du 24-06-2008

Vers le niveau supérieur

Tageblatt: Die Spekulations- und Risikokapitalfonds sind eine Gefahr für die gesamte Ökonomie, für die Beschäftigten und die Gesellschaft im Allgemeinen, sagt der IGB in seinem Bericht von 2007 über den neuen Casino-Kapitalismus. Wie groß schätzen Sie persönlich das Risiko durch solche Fonds ein?

Jeannot Krecké: Hier muss man klar unterscheiden. Es gibt Fonds, die Risikokapital beinhalten und Start-up-Unternehmen unterstützen. Mit diesen Fonds habe ich überhaupt kein Problem, wenn sie anständig geführt werden. Mir bereiten vielmehr die vielen Finanzinstrumente Sorgen, die im Börsengeschäft zur Verfügung stehen und an das Casino-Spiel erinnern.

Tageblatt: In seinen Schlussfolgerungen fordert der IGB eine stärkere Reglementierung dieses Wirtschaftssektors und mehr Transparenz. Wie positioniert sich Luxemburg und seine Regierung in dieser Frage?

Jeannot Krecké: Auf europäischer Ebene haben wir versucht, Hedgefonds stärker zu reglementieren. Das ist uns kaum gelungen. Dennoch wurde der Wunsch überall in Europa geäußert, deren Handlungspielraum einzugrenzen. Das gilt umso mehr, wenn man bedenkt, was mit den Subprimes passiert ist. Hier wurden Kredite für 3.000 Mia. Dollar vergeben, die nur durch 22 Mia. Dollar Kapital gedeckt waren. Das ist einfach nicht seriös, das muss vermieden werden.

Neben Hedgefonds gibt es Investmentfonds, die Glauben machen, dass Renditen von 30 Prozent dauerhaft möglich wären. Das sind Illusionen, damit werden Menschen aufs Glatteis geführt. Es ist schwierig, diese Fonds zu definieren, die anders reglementiert werden müssten. Im Rahmen des Ecofin versuchen wir noch immer eine Lösung zu finden. Bislang ist uns das nicht gelungen. Uns fehlt die Handhabe, um es zu tun. Die Definition ist schwierig, denn wir dürfen auch nicht ins andere Extrem fallen und mehr als notwendig reglementieren. Die Richtigen müssen getroffen werden. Daneben müssen wir aufpassen, dass Kredite nicht durch eine übervorsichtige Haltung eingeschränkt werden. Null-Risiko ist keine Alternative.

Tageblatt: Die Ausweitung dieser Wirtschaftsform, die auf Spekulation und schnellen Gewinn abzielt, riskiert aufgrund ihrer Geschäftspraktiken - das Aufkaufen und Ausschlachten von Unternehmen mittels Verschuldung - zu einem Einbruch bei den Unternehmensteuern zu führen. Weniger Steuereinnahmen bedeuten aus politischer Sicht auch eine Einschränkung des Handlungsspielraums. Wie reagieren Sie auf diese Perspektive und Gefahr?

Jeannot Krecké: Die Gefahr des Raubzugs ist real. Einerseits geht es um das Schicksal der Menschen. Andererseits gehen die Folgen auch zu Lasten des Staates, wenn Arbeitsplätze abgebaut werden.

Darüber hinaus ist mir ein Arbeitgeber mit einem Namen und einer Persönlichkeit lieber als irgendein dubioser Fonds. Es gibt Beispiele, wo es gut klappt, es gibt aber auch andere, wo es nicht klappt. Mir machen vor allem jene Fälle Angst, wo Unternehmen ihrer Substanz beraubt und verkauft werden, bevor es auffällt. Und der Nachfolger kann dann sehen, wie er zurechtkommt.

Tageblatt: Und das passiert womöglich ganz legal. Gibt es keine Handhabe dagegen?

Jeannot Krecké: Nein. Dieser Bereich ist nur schwer einzugrenzen. Das einzige, was wir tun können, ist, dort Einfluss zu nehmen, wo wir als Staat im Aktionariat vertreten sind. Deshalb versuche ich, den Energiesektor mit stabilen Aktionären abzusichern. Der Staat muss stark darin vertreten sein. Im entsprechenden Abkommen auf Aktionärsniveau wollen wir sicherstellen, dass wir jederzeit das Vorkaufsrecht haben. In sensiblen Sektoren wie im Post-, Energie- und Transportbereich soll der Staat auch weiterhin seine Verantwortung übernehmen. Wir sollen nicht damit anfangen, zu privatisieren und an die Börse zu gehen. Das haben viele Länder gemacht. Einige befürchten heute, dass sie von großen Energiekonzernen aufgekauft werden. Natürlich ist es für einen Staat verlockend, Anteile zu verkaufen und so kurzfristig zu neuen Einnahmen zu kommen. Das ist aber nur einmal möglich, danach ist Schluss. Das werden wir nicht tun.



Haut de page

Copyright © Service Information et Presse   Aspects légaux | Contact