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fonction publique: Frau Minister, vor wenigen Tagen hat in Luxemburg mit dem Schulanfang für rund 100.000 Kinder und Jugendliche der Ernst des Lebens wieder begonnen. Und noch in dieser Legislaturperiode soll der Gesetzentwurf zur Reform des Schulgesetzes aus dem Jahre 1912 die Abgeordnetenkammer passieren. Worin sehen Sie, Frau Minister, grob gesagt, die Stärken des neuen Textes?
Mady Delvaux-Stehres: Ich möchte vier Punkte hervorheben, die im neuen Text verankert sein werden und die mir besonders wichtig erscheinen. Ein erstes Element wird die Teamarbeit bzw. der unter den Lehrern geförderte Teamgeist sein. Die Fachliteratur lehrt uns, dass es immer wichtiger wird, Kompetenzen zu bündeln, um die Schülerinnen und Schüler konsequenter und wirksamer auf ihre weitere schulische Laufbahn vorzubereiten. Das neue Gesetz wird es uns demnach ermöglichen, andere Berufsgruppen wie beispielsweise Pädagogen und Erzieher in den Schulunterricht mit einzubinden. Im augenblicklichen Text geht ausschließlich die Rede vom Lehrer bzw. von der Lehrerin. Das künftige Gesetz ermöglicht darüber hinaus die Inanspruchnahme verschiedener Spezialisten, um einen differenzierten Unterricht zu gewährleisten. Als weitere wichtige Elemente im neuen Schulgesetz sehe ich die Einführung von Lernzyklen und Kompetenzsockeln. Und schließlich soll die Zusammenarbeit mit den Eltern gefördert werden und gleichzeitig eine gesetzliche Basis erhalten.
fonction publique: Wir werden noch im Detail auf all diese Punkte zurückkommen. Doch zunächst: Die Schulreform geht doch weit über den eigentlichen Text hinaus. Die Überarbeitung der Inhalte der Lernprogramme gehört ebenso dazu wie Anpassungen in der Lehrerausbildung oder die Schaffung zusätzlicher schulischer Infrastrukturen...
Mady Delvaux-Stehres: Stimmt. Was beispielsweise die Inhalte betrifft, konnten bereits wichtige Arbeiten abgeschlossen werden. Dazu zählt etwa die Einführung von sogenannten Kompetenzsockeln, sowohl in den Vorschulen als auch im Primär- und im Sekundarunterricht. Wie der Name es sagt, beschreiben diese Sockel die Kompetenzen, über die ein Schüler nachweislich verfügen muss, um in einen höheren Zyklus zu gelangen. Ab diesem Herbst wenden im Übrigen bereits fünf Grundschulen diese Kompetenzsockel an. Auf diese Weise wollen wir erste Erfahrungen sammeln, um dann vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse über die Zweckmäßigkeit urteilen zu können. In den Sekundärschulen werden derweil alle Septimaen in den Bereichen Sprachen, Mathematik, Naturwissenschaften und Kunst mit den neuen Kompetenzsockeln arbeiten. Eine direkte Folge davon wird es sein, dass dem Zeugnis künftig ein Zusatzpapier beiliegen wird, das über die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in den einzelnen Fächer informiert. Das klingt jetzt alles einfacher als es ist. Dessen bin ich mirbewusst. Wichtig ist allerdings, dass die Lehrerinnen und Lehrer diesen Weg auch mitgehen.
fonction publique: Wir stehen am Anfang des 21. Jahrhunderts. Wie würden Sie ganz allgemein die Rolle der Schule heute definieren?
Mady Delvaux-Stehres: Nun, meines Erachtens hat die Schule heutzutage drei wichtige Aufgaben zu erfüllen. Zunächst einmal hat sie einen Bildungsauftrag, d.h. die Aufgabe, Wissen zu vermitteln. Dann muss sie eine hohe Qualifikation ermöglichen, ohne die es für unsere Kinder quasi unmöglich wird, im späteren Leben zu bestehen. Und schließlich soll sie ihrer sozialen Aufgabe gerecht werden, indem sie den Schülerinnen und Schülern das richtige Rüstzeug mit auf den Weg gibt, damit sie auch als erwachsene Bürgerinnen und Bürger ihren Platz in unserer Gesellschaft finden.
fonction publique: Ziel muss es demnach bleiben, unsere Kinder so auszubilden und zu qualifizieren, dass sie auch morgen noch auf dem Arbeitsmarkt bestehen können. Wie wollen Sie das erreichen in einer globalisierten Welt, in der die Konkurrenz gerade auf dem Arbeitsmarkt immer größer wird?
Mady Delvaux-Stehres: ...indem wir beispielsweise über Lerninhalte diskutieren. Und gleichzeitig versuchen, von der Idee abzukommen, dass das gesamte Wissen in der Grundausbildung vermittelt werden könne. In der Grundausbildung sollen - wie der Name es sagt - Grundkenntnisse vermittelt werden, die man beim Einstieg ins Berufsleben auch benötigt. Und dann geht es darum, dieses Wissen immer wieder den neuen Gegebenheiten anzupassen. Wir leben in einer Gesellschaft des Lebenslangen Lernens. Das beinhaltet, dass jeder von uns sein Wissen laufend auffrischen und erneuem muss. Die Fähigkeit, diese Herausforderung annehmen zu können, muss ebenso in der Grundausbildung vermittelt werden wie solide Sprachenkenntnisse oder elementare Anwendungsmöglichkeiten der Mathematik. Schließlich hat die Schule die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler so auf das Leben vorzubereiten, dass sie die großen Probleme und Ströme dieser Welt leichter erfassen und - besser noch - auch verstehen lernen.
fonction publique: Sicherlich kein leichtes Unterfangen, doch kehren wir zurück zum eigentlichen Text: Die obligatorische Schulzeit soll nach der Gesetzesvorlage von derzeit elf auf künftig zwölf Jahre ausgedehnt werden. Welche Idee verfolgen Sie konkret mit dieser Erweiterung?
Mady Delvaux-Stehres: Schauen Sie: In der Praxis besuchen schon heute rund 92 Prozent unserer Kinder die Schule länger als es die obligatorische Schulzeit vorschreibt. Diese Maßnahme wird demnach eine ganz geringe Schülerzahl betreffen, doch handelt es sich dabei gerade um diejenigen Schülerinnen und Schüler, die uns die meisten Sorgen bereiten. Denn: Wer die Schule nach der obligatorischen Schulzeit verlässt, tut dies meist ohne jedwede Qualifikation. Ziel muss es demnach sein, gerade diesen jungen Menschen eine zweite Bildungschance zu geben, indem wir ihnen ein Basis wissen vermitteln, das es ihnen doch noch ermöglichen wird, eine Berufsausbildung zu absolvieren.
fonction publique: Macht es in Zeiten, in denen das Konzept des Lebenslangen Lernens in aller Munde ist, denn überhaupt noch Sinn, von "obligatorischer Schulzeit" zu sprechen? Müssten nicht vielmehr zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, um Kinder und Jugendliche bereits in sehr frühen Jahren von der Bedeutung, ja der Notwendigkeit des "Lifelong Learning" zu überzeugen, um im späteren Berufsleben zu bestehen?
Mady Delvaux-Stehres: Zunächst einmal dürfen wir die Wichtigkeit und Bedeutung der Grundausbildung nicht unterschätzen. Dass Schülerinnen und Schüler die Schule im Alter von 15 Jahren verlassen und nicht einmal über die Fähigkeiten verfügen, um am "Lifelong Learning" teilzunehmen, stimmt mich, offen gesagt, traurig. Und genau diese Schülergruppe wollen wir erreichen und auffangen.
fonction publique: Bereits heute ist gewusst, dass viele Jugendliche die Schule ohne Schulabschluss verlassen. Befürchten Sie nicht, dass diese Zahlen - so wie es auch der Staatsrat in seinem Gutachten zum Ausdruck bringt - weiter steigen könnten, wenn die obligatorische Schulzeit verlängert wird?
Mady Delvaux-Stehres: Zunächst möchte ich unterstreichen, dass die Zahl der Schulabgänger ohne Qualifikation seit 2005 rückläufig ist. Lag ihr Anteil 2003/04 noch bei 1 7,2%, so sind wir nach dem Schuljahr 2006/07 bei 9,4% angelangt. Diese Zahl ist immer noch hoch. Aber noch einmal: Ziel der erweiterten obligatorischen Schulzeit um ein zusätzliches Jahr wird es nicht sein, schwächere Schülerinnen und Schüler ein Jahr wiederholen zu lassen. Sinn und Zweck dieser Maßnahmen bestehen vielmehr darin, das schulische Angebot so zu gestalten, dass es den Bedürfnissen gerade dieser Jugendlichen besser gerecht wird. Erste positive Erfahrungen haben wir in diesem Sinne ja schon mit den COIP-Klassen gemacht. (COIP = "Cours d'orientation et d'initiation professionnelle". Die Red.) Rund die Hälfte der Teilnehmer an diesen Kursen erreichen bereits nach kurzer Zeit ein Niveau, das eine klassische Berufsausbildung wieder zulässt. Langfristig gesehen muss unser Ziel allerdings darin bestehen, diese Klassen völlig überflüssig werden zu lassen. Und das kann nur dann gelingen, wenn die Schülerinnen und Schüler bereits in der Primärschule Leistung zeigen. Denn: Nur wer einen guten Starf nimmt, hat auch im späteren Leben die besten Chancen auf Erfolg.
fonction publique: Interessierte Kreise gehen davon aus, dass der neue Text ebenfalls Auswirkungen auf den Sekundarunterricht haben wird. Muss es nicht auch hier zu Anpassungen kommen, um sicherzustellen, dass der Übergang fließend bleibt?
Mady Delvaux-Stehres: Wir haben keinen Gesetzentwurf auf den Instanzenweg gebracht, um auch den Sekundarunterricht zu reformieren. Gleichwohl sind wir dabei, die Programme zu überarbeiten, damit die Kohärenz gewahrt bleibt. Diese Abstimmung der Lerninhalte beginnt allerdings schon auf Vorschulniveau und vollzieht sich über den Primärschulunterricht hinweg bis hinein in die Sekundarstufen.
fonction publique: Die drei Bildungsstufen "education precoce", "education prescolaire" und "enseignement primaire" sollen künftig unter dem Sammelbegriff "enseignement fundamental" geführt werden. Parallel dazu sollen die Schuljahre in Schulzyklen umgewandelt werden. Was erwarten Sie sich konkret von diesen Maßnahmen?
Mady Delvaux-Stehres: Wir wollen auf diese Weise vor allen Dingen die Wichtigkeit und Bedeutung der Vorschulen zum Ausdruck bringen. Unsere Vorschulen haben einen Bildungsauftrag. Dessen müssen wir uns bewusstsein. Es geht sicherlich nicht darum, die Kinder zu bedrängen oder nach einem Auswahlverfahren auszusondern, sondern deren geistige Entwicklung mit konkreten Dingen anzuregen, um auf diese Weise auch mögliche Defizite festzustellen, die im frühen Alter viel einfacher zu beheben sind als in späteren Jahren. Die Vorschule hat demnach eine äußerst wichtige Aufgabe zu erfüllen und gilt insofern neben den beiden anderen Sparten - Früherziehung und Primärschule - als wesentlicher Baustein im "enseignement fondamental".
fonction publique: Eine Neuerung werden auch die eingangs bereits kurz angesprochenen Kompetenzsockel darstellen. Was ändert dadurch konkret für den Schüler?
Mady Delvaux-Stehres: Schauen Sie: Sich Wissen anzueignen, ist eine Sache. Dieses Wissen auch anzuwenden, eine andere. Dazu gehört wiederum eine gehörige Portion Motivation. Nehmen Sie nur die Erkenntnisse aus der "Pirls"-Studie. Die Ergebnisse zeigen ganz deutlich, dass unsere Kinder wohl lesen können, nur lesen sie ungern. Es reicht allerdings nicht, das Einmaleins auswendig zu kennen. Man muss auch wissen, wann und in welchen Fällen eine Multiplikation überhaupt Sinn macht. Die Fähigkeit, das in der Schule Gelernte auch anzuwenden, fassen wir unter dem Begriff Kompetenzen zusammen. Und die von Ihnen erwähnten Kompetenzsockel beinhalten die Zielvorgaben bzw. Voraussetzungen, die die Kinder erfüllen müssen, um in den nächsten Schulzyklus zu gelangen.
fonction publique: Jede Grundschule soll nach dem neuen Gesetzestext, wie es heißt, "eine eigene Identität" bekommen, allein schon durch die Zuteilung eines eigenen Namens und einer offiziellen Anschrift. Dahinter verbirgt sich eine ganz konkrete Idee, nämlich die Autonomie der einzelnen Schulgebäude zu stärken...
Mady Delvaux-Stehres: In der Tat. Was allerdings nicht heißen will, dass der schulische Auftrag von einer Schule zur anderen unterschiedlich sein wird. Ganz im Gegenteil: Die Zielsetzung wird dieselbe bleiben, was jedoch verschieden sein kann, ist der Weg dorthin. Und damit sind wir erneut bei den Kompetenzsockeln. Sie beschreiben, wie eben erwähnt, die Fähigkeiten, über die ein Kind verfügen muss, will es in einen nächsten Schulzyklus wechseln. Wie diese Fähigkeiten vermittelt werden sollen, entscheidet künftig jede Schule für sich allein. In diesem Punkt werden unsere Schulen in Zukunft sicherlich größere Freiheiten genießen. Darüber hinaus verfolgen wir mit dieser Maßnahme aber auch noch eine zusätzliche Idee: Unsere Schülerinnen und Schüler sollen sich doch mit ihrer jeweiligen Schule identifizieren können. Auch später noch, als ehemalige Schüler. Sie sollen stolz sein, in dieser oder jener Schule gewesen zu sein. Eins ist allerdings auch sicher: Wer "größere Freiheiten" sagt, kommt um gewisse Kontrollmechanismen nicht umhin. Wohl möchten wir nicht in jedem Jahr eine Art Pisa-Studie durchführen, doch wollen wir das "Monitoring" verstärkt als Instrument zur unmittelbaren Beobachtung und Überwachung der schulischen Vorgänge nutzen. In der Praxis wird die " Uni Letzebuerg" mit dieser Aufgabe betraut werden. Ziel wird es sein, dass unsere Schülerinnen und Schüler landesweit das gleiche Ausbildungsniveau erreichen - und das ungeachtet des Schulgebäudes, in dem sie unterrichtet werden.
fonction publique: Auch sollen die Eltern künftig stärker, als gleichwertige Partner innerhalb der Schulgemeinschaft, mit eingebunden werden. Hat es in diesem Punkt bislang Defizite gegeben? Oder anders gefragt: Besteht in dieser Frage ein Nachholbedarf?
Mady Delvaux-Stehres: Es fehlt bislang insbesondere an einer gesetzlichen Basis. In den Sekundärschulen gibt es die Elternvertretungen bereits seit langem. In den Primärschulen hingegen gibt es bislang keine gesetzliche Grundlage dafür. Und genau das soll sich mit dem neuen Text ändern. Ich sehe darin vor allen Dingen auch eine stärkere Anerkennung der von Elternseite geleisteten Arbeit. Im Übrigen spricht die Fachliteratur in diesem Zusammenhang eine deutliche Sprache: Es ist von unbeschreiblicher Wichtigkeit, die Eltern verstärkt in die Schulgemeinschaft mit einzubinden - sowohl für die Kinder als auch für das Schulklima ganz allgemein. Dies wird ein erster Schritt in genau diese Richtung sein.
fonction publique: Darüber hinaus soll der Teamgeist insgesamt gefördert werden, auch unter den Lehrern...
Mady Delvaux-Stehres: . . . die sich in Zukunft wohl mehr abstimmen müssen, untereinander, aber auch mit den übrigen Schulpartnern.
fonction publique: Stichwort Sprachenunterricht: Auf der einen Seite soll die Mehrsprachigkeit als wesentlicher Vorteil unseres Schulsystems gefördert werden. Auf der anderen Seite will man verhindern, dass gerade die Mehrsprachigkeit zum Hindernis wird, um den einen oder anderen Beruf zu ehernen. Wie soll dieser Seiltanzakt gelingen?
Mady Delvaux-Stehres: Durch den jetzt bereits mehrfach angesprochenen kompetenzorientierten Unterricht beispielsweise. Damit wir uns richtig verstehen: Jedes Kind soll auch in Zukunft Luxemburgisch, Deutsch, Französisch und Englisch beherrschen können. Zu meinen, dass es in all diesen Sprachen perfekt sein könne, wäre doch aber illusorisch. Und deshalb möchten wir die Kenntnisse festlegen, die jeder beherrschen muss, und darüber hinaus unterschiedliche Sprachenniveaus definieren, die je nach Orientierung erreicht werden müssen. Ein Beispiel: Jemand, der sich für die Fachrichtung Sekretariat entscheidet, muss eine Sprache besser schreiben können als jemand, der sich für eine Ausbildung zum Kundenberater oder zur Kundenberaterin interessiert. Der oder die muss eine Sprache bessersprechen als schreiben können. Das leuchtet doch ein.
fonction publique: Und welcher Stellenwert soll künftig der Luxemburger Sprache zukommen, auch als Integrationsfaktor...
Mady Delvaux-Stehres: Luxemburgisch ist diejenige Sprache, in der sich in unseren Schulen verständigt wird. Das ist so und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Die Luxemburger Sprache wird demnach eine wichtige Voraussetzung bleiben, um sich im luxemburgischen Schulsystem zu integrieren. Meines Erachtens wird deren Stellenwert in Zukunft eher zu- als abnehmen. Immer mehr Nationen kommen in unser Land. Und die einzige gemeinsame Verständigungssprache kann nur Luxemburgisch sein. Die Frage, wie Luxemburgisch künftig in unseren Schulen unterrichtet werden soll, möchte ich vorerst noch offen lassen. Viele Überlegungen wurden in diesem Sinne bereits angestellt. In dieser Frage kenne ich - offen gesagt - allerdings noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Wir sind dabei, neue Schulbücher auszuarbeiten und haben dabei auf die Unterstützung von Schweizer Experten zurückgegriffen. Auf diese Weise wollen wir die in der Schweiz - einem Land, das sich von der Sprachensituation her ähnlich präsentiert wie das Großherzogtum - gesammelten Erfahrungen auf Luxemburg anpassen.
fonction publique: Wagen wir mal den Sprung aus der Schule ins Ministerium. Verwaltungstechnisch gesehen muss es aufgrund des neuen Textes sicherlich zu manchen Anpassungen kommen. Der Staatsrat empfiehlt beispielsweise die Schaffung einer eigenen Einheit innerhalb des Ministeriums, die das Vorhaben begleiten und so zu dessen Erfolg beitragen soll. Zu welchen grundlegenden Veränderungen wird es dadurch innerhalb Ihrer Dienststellen kommen?
Mady Delvaux-Steheres: Die Umsetzung stellt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor große Herausforderungen - gar keine Frage. Das gilt insbesondere auch für die regional arbeitenden Inspektorate. Aber auch innerhalb des Ministeriums möchten wir den Personalbestand aufstocken. Die Lehrer und Lehrbeauftragten werden ja künftig nicht mehr von den Gemeinden, sondern vom Ministerium ernannt. Das wird unweigerlich einen nicht zu unterschätzenden Verwaltungsaufwand mit sich bringen. Zudem wird die Schülerdatei der Primärschulen künftig innerhalb des Ministeriums verwaltet werden. Allein schon die Informatisierung all dieser Daten hat uns vor große Herausforderungen gestellt. Das neue Schulgesetz birgt somit nicht nur pädagogische Neuerungen, sondern auch eine bislang kaum dagewesene Verwaltungsreform in sich.
fonction publique: Ein Schlusswort?
Mady Delvaux-Stehres: Nun, meine Botschaft zur diesjährigen "Rentree" kann nur Folgende sein: Auch in Zukunft muss unsere Zielsetzung darin bestehen, eine größtmögliche Schülerzahl bestmöglich zu qualifizieren. Diese Aufgabe hat die Schule, und diese Herausforderung muss sie auch annehmen. Und zwar kontinuierlich.
fonction publique: Frau Minister, haben Sie vielen Dank für dieses Gespräch.
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