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Interview
"Nicht bis zur Rente warten". Marie-Josée Jacobs au sujet de la situation des personnes du troisième âge en matière de logement
"Télécran" du 08-10-2008

Vers le niveau supérieur

Télécran: Frau Jacobs, wie werden die Senioren von morgen leben?

Marie-Josée Jacobs: Sie werden sicher anders leben als die Generationen vor ihnen. Die Senioren bleiben heute länger in ihrer eigenen Wohnung. Früher sind sie im Durchschnitt mit 65 Jahren ins Altenheim gegangen, jetzt liegt das Durchschnittsalter bei 83 Jahren. Als Alternative zum Heim ist betreutes Wohnen sehr gefragt. Wenn der Partner stirbt, will der Hinterbliebene oft nicht alleine mit Haus und Garten zurückbleiben. Betreutes Wohnen bietet Unabhängigkeit bei gleichzeitiger Unterstützung. In Luxemburg gibt es neun Häuser, die das anbieten. Wichtig ist, dass man bei dieser Wohnform darauf achtet, dass ein Tele-Alarm, das heißt ein Notrufknopf vorhanden ist, mit dem man Hilfe holen kann, falls mal was passiert und sonst niemand in der Nähe ist.

Télécran:Neuerdings sind auch Mehrgenerationenhäuser und Senioren-Wohngemeinschaften im Gespräch. Ist das klassische Altenheim ein Auslaufmodell?

Marie-Josée Jacobs: Keineswegs. Die Menschen werden immer älter, dadurch leben in unserer Gesellschaft auch immer mehr Pflegebedürftige. Besonders die Zahl der Demenzkranken steigt. Wer sich für das Konzept des betreuten Wohnens entscheidet, muss wissen, dass ihm dort nicht mehr als zwölf Stunden Pflege wöchentlich zukommen. Deshalb rate ich, sich abzusichern für den Fall, dass man eines Tages ganz auf fremde Hilfe angewiesen ist. Etwa indem man darauf achtet, dass die Senioren-Residenz mit Pflegeeinrichtungen ein Abkommen unterschrieben hat. Altenheime werden sich in Zukunft mehr spezialisieren, sie werden aber nicht verschwinden.

Télécran: Rüstige Rentner, die ihren Lebensabend zusammen in einem großen Haus verbringen, wo die etwas Jüngeren sich um die Älteren kümmern, können Sie sich das in Luxemburg nicht vorstellen?

Marie-Josée Jacobs: Das entspricht nicht unserer Mentalität. Ich kenne Beispiele aus dem Ausland, wo das gut funktioniert. Doch oft leben Menschen, auch Senioren, aus finanziellen Gründen in einer Wohngemeinschaft. Der Rentner in Luxemburg ist im Vergleich besser situiert, er kann sich die Miete für ein Apartment in einer Seniorenresidenz eher leisten. Mit der Babuschka-Initiative haben wir außerdem die Erfahrung gemacht, dass die Zeit noch nicht reif ist für generationenübergreifende Konzepte. Die Idee war, dass Studenten und Senioren unter einem Dach leben. Eine alleinstehende Person stellt zu einer niedrigen Miete ein Zimmer zur Verfügung, erhält dafür im Gegenzug Unterstützung im Haushalt. Das Interesse war leider verhalten, nur ein paar Hauseigentümer haben sich gemeldet.

Télécran: Welche staatlichen Unterstützungen gibt es, etwa um die eigene Wohnung umzurüsten, damit man so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen kann?

Marie-Josée Jacobs: Neben den ambulanten Pflegediensten, Essen auf Rädern oder Tele-Alarm können ältere Menschen bei der "Cellule d'évaluation et d'orientation" der Pflegeversicherung (Tel. 24 78 60 60) eine Beratung in Anspruch nehmen, wie sie ihre Wohnung am besten umbauen. Die Vereinigung "Service moyens accessoires" informiert außerdem über technische Hilfen, die das Leben erleichtern (Tel. 40 57 33 1). Kleinere Umbauten im Sinne der Barrierefreiheit werden vom Staat unterstützt, unabhängig davon, ob der Rentner bereits Leistungen der Pflegeversicherung beantragen kann.

Télécran: Frau Jacobs, eine persönliche Frage: Wie wollen Sie ihren Ruhestand verbringen?

Marie-Josée Jacobs: Mein Haus ist jetzt schon behindertengerecht. Das sollte mir erlauben, so lange wie möglich selbstständig zu sein. Viele Stufen und Treppen sind zwar architektonisch ansprechend, aber nicht unbedingt praktisch. Betreutes Wohnen wäre für mich aber auch eine Option.

Télécran: Sie raten den Menschen also, sich frühzeitig mit dem Thema Alter auseinanderzusetzen?

Marie-Josée Jacobs: Ja, denn auf keinen Fall sollte man damit bis zur Rente warten. Und jeder soll sich rechtzeitig Gedanken machen, wie er seine Zeit verbringen will. Auch im Alter sollte man morgens wissen, warum man überhaupt aufsteht. Das Ehrenamt bietet viele Möglichkeiten, seine Fähigkeiten auch im Alter sinnvoll einzusetzen.



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