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Interview
Portrait du ministre des Affaires étrangères, Jean Asselborn, diffusé sur ARD dans le cadre de l'émission Europamagazin
"ARD Europamagazin" du 22-11-2008

Vers le niveau supérieur

Keine Frage, Größe zählt, aber was ein Land in der EU wirklich ausrichten kann hängt nicht allein von seiner Größe ab. Luxemburg etwa ist kleiner als viele deutsche Landkreise und hat sich doch in Europa großes Ansehen erworben und einiges an Einfluss, was lange Zeit vor allem mit Jean-Claude Juncker verbunden war, aber neben den hat sich inzwischen ein zweites Gesicht geschoben. Jean Asselborn, der Außenminister, ist unter seinen Kollegen ziemlich gut vernetzt und, was in der Politik eher selten anzutreffen ist, so sehr er den Kopf in den Höhen der Weltpolitik hat, die Füße stehen fest auf Heimaterde, Cornelia Kolden.

Cornelia Kolden: Immer auf Achse. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn eilt zum Gipfeltreffen in Brüssel. Gedanken zur Arbeit.

Jean Asselborn: Man wird von einer Feder getrieben. Man muss wissen, dass sein eigenes Ich nicht das wichtigste ist, sondern das, was man darstellt, das, was man vertritt, das, was man zu bewältigen hat für sein Land.

Cornelia Kolden: Für kleine Länder doppelt schwer. Viel Strippenziehen hinter den Kulissen und vorne Anpassung.

Jean Asselborn: Es gibt Freundschaften in der Politik, manchmal mehr außerhalb der eigenen politischen Familien als innerhalb der politischen Familien. Es gibt sie schon, es gibt sie auch auf europäischer Ebene. Ich glaube das sind eher menschliche als politische Einstellungen die dann spielen, ja ich würde sagen es gibt sie schon.

Cornelia Kolden: Wäre es nicht so, Jean Asselborn hätte sein kleines Steinfort in der Luxemburger Provinz wohl nie verlassen. Seine Freunde nennen ihn geerdet, heimatverbunden.

Jean Asselborn: Manchmal haben wir ja das Glück als Luxemburger, weil wir uns zwischen zwei Kulturen befinden, der französischen und der deutschen, und da wir die Belgier auch ziemlich gut kennen, dass wir diesen Kit, diesen politischen Kit darstellen können um Positionen auch zusammenzubringen. Unsere Position, die wir zum Besten geben, auch außenpolitisch, ist ja keine Position mit irgendeinem nationalen Hintergedanken. Es ist eine Position von der wir glauben, jedenfalls ist das für mich der Fall, dass sie gut ist für Europa.

Cornelia Kolden: Heimspiel, Steinfort gegen Luxemburgs Meister Dudelange, ungleiche Kräfte, ein bisschen wie Europa.

Jean Asselborn: Luxemburg hat eine Stimme von 27. Diese Stimme habe ich in den letzten 4 Jahren nie als eine Stimme zweiter oder dritter Klasse angesehen. Man muss wissen, dass es selbstverständlich Größenordnungen gibt, die man zu respektieren hat, was das politische Gewicht angeht. Man darf sich nicht gleichstellen mit Frankreich, Deutschland, England und so weiter. Das kann man nicht tun. Da würde man einen sehr schweren Fehler begehen.

Cornelia Kolden: Über 20 Jahre war er hier Bürgermeister. Für die Steinforter bleibt er auch als Außenminister der überzeugte Sozialist zum Anfassen, der Jean eben halt. Aus kleinen Verhältnissen, immer solidarisch geblieben mit den weniger Betuchten im reichen Luxemburg.

Jean Asselborn: Ich fühle mich pudelwohl, weil wir immer gesagt haben, dass wir einen Staat brauchen der fähig ist zu schützen und zu regulieren. Ein Staat der nicht fähig ist zu schützen und zu regulieren der kann den Schwachen nicht helfen, denen die am meisten den Staat brauchen. Darum bin ich davon überzeugt, dass ein fähiger Staat schon das Richtige ist und dass wir als Sozialdemokraten den richtigen Mittelweg gefunden haben.

Cornelia Kolden: Von der Steinforter Vereinskneipe aufs internationale Parkett, auf europäischer Mission nach Moskau im Privatjet. Den leihen sich die Luxemburger übrigens bei der belgischen Luftwaffe. Die Benelux-Staaten sind zwar geographisch klein aber im europäischen Konzert spielen sie häufig zusammen und dann nicht selten tonangebend.

Jean Asselborn: Ich sehe aus meiner kleinen Erfahrung nur etwas, und das ist, dass Europa, wenn es wirtschaftspolitisch, finanzpolitisch, vor allem aber außenpolitisch zählen will auf dem Globus muss Europa mit einer Stimme sprechen. Das wäre ungeheuer wichtig, vor allem jetzt, da in Russland eine neue Führung angetreten und in Amerika eine neue Führung antreten wird. Wir Europäer müssen uns zu diesem Zeitpunkt konzentrieren um mit einer Stimme auf die große Fragen gemeinsam zu antworten.

Cornelia Kolden: Die eigene Verhandlungsposition genau kalkulieren. Hat das kleine Luxemburg im mächtigen Moskau überhaupt eine Chance? Immerhin ist es der drittgrößte Investor in Russland und deshalb keineswegs ein kleines Hauskätzchen im Reich des Raubtierkapitalismus.

Jean Asselborn: In der Außenpolitik, wenn man Fatalist ist, und man sagt sich Amerika und Russland werden immer Feinde bleiben fürs ganze Leben, und es hat gar keinen Sinn,sich einzumischen, und wir sollten immer versuchen irgendwie gut durch die Mitte zu kommen, das ist Fatalismus.

Sergej Lawrow (Übersetzung): Zwischen uns stimmt die Chemie. Wir mögen uns einfach persönlich. Ich schätze die Art in der Jean arbeitet, immer gut gelaunt und zugleich fokussiert auf europäische Sicherheitsinteressen und Zusammenarbeit auf dem Kontinent.

Cornelia Kolden: Macht Asselborn keine Politik, fährt er Fahrrad. Jeden Sommer quer durch Europa, gern auch über die Alpen.

Jean Asselborn: Man muss zäh bleiben in der Außenpolitik. Man muss wissen, dass in der Außenpolitik, viel mehr noch als in der Innenpolitik, es immer ganz ganz oft nur Schritt für Schritt in die gute Richtung geht.

Cornelia Kolden: Und Sie sind zäh?

Jean Asselborn: Ja, sonst wäre ich nicht mehr Außenminister.



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