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Télécran: Der Papiertiger CNP soll Zähne bekommen. Welche Kompetenzen wollen Sie dem Nationalen Programmrat denn geben?
Jean-Louis Schiltz: Das neue Gesetz sieht vor, dass der "Conseil national des programmes" eigenmächtig Sanktionen aussprechen kann. Die Möglichkeiten reichen von einer Warnung über einen Verweis bis hin zu einer Geldstrafe. Demnach kann der CNP der Schwere des Vergehens entsprechend eingreifen. Das war bisher nicht möglich.
Télécran: Wie soll der CNP denn mit so wenigen Personen die Flut an Programmen, die in Luxemburg lizensiert sind, inhaltlich begleiten. Müsste hier nicht auch mehr Personal abgestellt werden?
Jean-Louis Schiltz: Der CNP überwacht die Inhalte der Fernsehprogramme, die unter Luxemburger Lizenz ausgestrahlt werden. Die Zahl dieser Programme ist in den vergangenen Jahren in der Tat angestiegen. Nebenbei gesagt, das ist gut für Luxemburg, und für den Wirtschaftsstandort. Wir haben in diesem Bereich in den letzten Monaten schon gehandelt. Die Personalzahl des Sekretariats des CNP wurde aufgestockt. Der CNP kann in Zukunft auch einfacher auf die Dienste externer Mitarbeiter zurückzugreifen; dies geschieht auch bereits.
Télécran: Ist die von Ihnen angestoßene Neuordnung nun der Anfang einer Entwicklung oder bereits das Ende der Fahnenstange?
Jean-Louis Schiltz: Wir wollen auf jeden Fall unseren Beitrag dazu leisten, dass die Programme, die unter Luxemburger Lizenz in die Welt ausgestrahlt werden, auch weiterhin vertrauenswürdig sind. Des Weiteren steht die nächste Etappe schon an, nämlich die Umsetzung der Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste, wo wir zum Beispiel den Kompetenzbereich des CNP auf nichtlineare Dienste, wie TV on demand, ausdehnen werden.
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