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Tageblatt: Sind die Renten in Luxemburg sicher?
Mars Di Bartolomeo: In diesen Zeiten, wo jeder über Kriseneffekte jammert, lohnt es sich, den Wert eines guten Sozialsystems in den Vordergrund zu rücken. Wir hatten 20 außergewöhnliche Jahre für das Sozialmodell. Die Risiken, die vor Jahren angekündigt worden waren, sind nicht eingetreten.
Die Renten sind sicher. Man schaue sich die hohen Reserven an. Ende der letzten Legislaturperiode war die Reservenbildung solide eingeknickt. In dieser Periode sind Rekordwerte bei der Reservenbildung erzielt worden.
Tageblatt: Ein Teil der Reserven wurde angelegt. Gab es da wegen der Finanzkrise Verluste?
Mars Di Bartolomeo: Trotz der bewegten Zeiten in der Finanzwelt sind die Reserven intakt. Sie nehmen weiter zu. Auch heute deutet nichts an, dass sie gefährdet wären.
Knapp drei Prozent sind in Aktien angelegt. Wegen fallender Kurse ist deren Wert zurückgegangen. Wenn man diese Papiere morgen verkaufen müsste, würde man einen Verlust machen. Wir müssen diese Papiere aber nicht verkaufen, weil wir das nicht brauchen. Die Obligationen hingegen haben sich in den letzten Wochen gut entwickelt. Und bei den Terminkonten hat man überhaupt nichts bemerkt.
Die Reserven haben also nicht unter den Turbulenzen an den Finanzmärkten gelitten. Im Gegenteil. 2007 kamen 800 Millionen hinzu. In diesem Jahr werden es womöglich noch mal so viel sein.
Die Rentner brauchen sich keine Sorgen zu machen. Ich erinnere auch daran, dass sich ihre Kaufkraft dank des Rentenajustements Anfang 2009 noch weiter verbessern wird.
Tageblatt: Auch mittel- und langfristig?
Mars Di Bartolomeo: Da werden wir uns den Herausforderungen stellen müssen. Die von der Tripartite gebildete Arbeitsgruppe, die sich mit der langfristigen Absicherung des Systems befasst, wird Anfang Januar ihre Analysen vorlegen. Dann wird man in Ruhe, wohlüberlegt und im Konsens die notwendigen Anpassungen am System vornehmen können. Aber das aktuelle Pensionssystem steht nicht zur Disposition. Es hat sich bewährt und wird sich auch in Zukunft bewähren.
Tageblatt: Wird die Lebensarbeitzeit verlängert?
Mars Di Bartolomeo: Nein. Ziel sollte es sein, so viele Personen wie möglich an 40 Versicherungsjahre heranzuführen. Bei der Lebensarbeitszeit sollte der Lebenserwartung Rechnung getragen werden.
Die Erhöhung des legalen Pensionsalters auf 67 Jahre und mehr ist Quatsch.
Es geht darum, die Personen, die vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden wollen, davon zu überzeugen: Wenn sie eine anständige Rente wollen, dann müssen sie auch eine entsprechend lange Versicherungsperiode haben.
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