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Andreas Holpert: Wie kann Luxemburg Energiepolitik, Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit unter einen Hut bringen?
Jeannot Krecké: Zwischen diesen drei Aspekten wird immer ein Spannungsfeld bestehen. Wir werden mittel-und langfristig eine Verbindung zwischen der Nachhaltigkeit und der Versorgungssicherheit nur hinbekommen, wenn wir unseren Energieverbrauch reduzieren und unseren Energiebezug sowohl auf der Ebene der Herkunftsländer als auch auf der der Energieträger diversifizieren. Dabei müssen die erneuerbaren Energien langfristig eine immer stärkere Rolle spielen. Eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit werden wir auf nationaler Ebene lediglich durch eine verstärkte Anbindung der Strom- und Gasnetze an unsere Nachbarländer und durch die Schaffung verbesserter Marktbedingungen erreichen können.
Andreas Holpert: Das vorliegende Weißbuch berücksichtigt nicht die Rolle des neu gegründeten regionalen Stromkonzerns. Inwieweit erfüllt die Strom-Newco bereits maßgebliche Empfehlungen der Experten?
Jeannot Krecké: Die Experten sehen als eines der Leitbilder für die Energiestrategie die Verbesserung des Marktumfeldes, besonders im Strom- und Gasbereich. Mit der Newco wird ein starker regionaler Akteur geschaffen, der seine Rolle im Rahmen des Wettbewerbs auf den Strom- und Gasmärkten spielen wird. Durch ihre relative Größe wird die Newco einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten können, indem sie sich den nötigen Zugang zu Primärenergien, Produktionsanlagen im Strombereich und zu Lagerkapazitäten im Gasbereich beschaffen kann.
Andreas Holpert: Warum ist es von Vorteil, ein ausländisches Expertenteam mit der Ausarbeitung einer Energiestrategie für Luxemburg zu beauftragen?
Jeannot Krecké: Bei der Auswahl der Experten habe ich besonders auf die Erfahrung im Energiebereich Wert gelegt. Alle drei Experten kennen sich auf internationaler und europäischer Ebene bestens aus. Nationale Energiepolitik wird immer stärker durch europäische und internationale Vorgaben beeinflusst, so dass eine rein nationale Vorgehensweise hier nicht zielführend ist.
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