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Interview
„Eine Demokratisierung" , La secrétaire d'Etat Octavie Modert au sujet de la digitalisation de l'information
"Luxemburger Wort" du 05-06-2009

Vers le niveau supérieur

Vesna Andonovic: Weshalb gehört die Digitalisierung zu Ihren Prioritäten?

Octavie Modert: In der heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft muss Wissen vermehrt und einfach verfügbar gemacht werden. Die Regierung investiert verstärkt in die technologischen Infrastrukturen, was sehr wichtig ist. Kultur und Wissenschaft unter anderem sind zuständig für den Inhalt auf den Datenautobahnen, damit diese Infrastrukturen auch mit Leben erfüllt werden können. Die Digitalisierung der bereits bestehenden Inhalte auf Papier dient somit der Verbreitung des bestehenden Wissens und dem gratis Zugang zu den Informationen, also der Demokratisierung des Wissens.

Vesna Andonovic: Ist die Zukunft der Information und ihres Flusses Ihrer Meinung nach (rein) digital?

Octavie Modert: In Zukunft werden die Information und der Informationsfluss in digitaler Form schnell und stark zunehmen, und zwar sowohl im Sinne von Aktualitätsinformationen wie von Wissensquellen und wissenschaftlichen Informationen.

Vesna Andonovic: Weshalb wird die Produktion und Nutzung der digitalen und digitalisierten Medien schnell ansteigen?

Octavie Modert: Weil dem Benutzer, ob Privatperson, Firma oder öffentliche Einrichtung, ungeheure Vorteile geboten werden: Loslösung von der Materialität: In Sekundenschnelle kann man sich Informationen verschaffen wozu man früher Tage brauchte (so muss ein Historiker z.B. nicht mehr ins Ausland fahren, um Werke nachzuschlagen die heute zu Hause via Computer zugänglich sind); Arbeitsvereinfachung: d.h auch Produktivitätsteigerung in den Betrieben; junge Menschen werden immer mehr auf elektronische Daten zurückgreifen. Man muss sich auf die Erwartungen der "Google-Generation" einstellen. Außerdem kann, ganz allgemein, eine größere Anzahl Benutzer erreicht und somit den Anforderungen der Wissensgesellschaft entgegengekommen werden.

Vesna Andonovic: Welche Prioritäten setzt sich der Staat, was die Digitalisierung seiner Dokumentbestände anbelangt? Wo wird zur Zeit woran gearbeitet?

Octavie Modert: Es wurden in den letzten Jahren zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt: Seit 2008 habe ich wesentlich höhere finanzielle Mittel zugestanden bekommen für diese Aufgaben. Im Ausland wird auch massiv in Digitalisierung und Konservierung von digitalen Medien investiert. Natürlich sind zusätzliche Personalmittel auch nötig: zB. konnte eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Beständen noch nicht katalogisiert oder inventarisiert werden. Außerdem ist die entsprechende wissenschaftliche Beschreibung unabkömmlich, um diese Dokumente in digitaler Form in Europeana zu integrieren.

Vesna Andonovic: Können die einzelnen, betroffenen Häuser - Bibliothek, Nationalarchiv, CNA... - diesem doch erheblichen personellen und finanziellen Aufwand gerecht werden? Werden ihnen zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt?

Octavie Modert: Ich habe die Prioritäten des Kulturministeriums im Luxemburger Lissabon-Programm festschreiben lassen. Dazu gehören im Moment unter anderem die Einführung des "Dépôt légal numérique" per großherzogliche Verordnung, die dem Staatsrat unterbreitet wurde. Auch so genannte "Massendigitalisierung" ist eine Priorität, wenn auch nicht exklusiv, insbesondere für historische Zeitungsbestände im Bereich der Nationalbibliothek, in Erwartung der Digitalisierung von ungefähr 6 Millionen Seiten jedweder Herkunft (Bücher, Zeitungen, Postkarten, Karten usw.).
Das Staatsarchiv arbeitet an den notariellen Urkunden von 1796 bis 1850. Das "Centre national de l'audiovisuel" arbeitet zur Zeit an den Tonbeständen mit der Digitalisierung von 13 000 Dokumenten aus der Magnetothek der CLT und der CDs, die über Pflichtabgabe eingereicht wurden. Diese Aufzählung ist natürlich nicht komplett.

Vesna Andonovic: Seit kurzem sind frühe Ausgaben der beiden größten Tageszeitungen online über www.eluxemburgensia.lu konsultierbar. Werden solche Initiativen mit Hinblick auf eventuelle Nutzer genommen - und wenn ja, wieviele Besucher erhoffen Sie sich hier - oder handelt es sich hierbei, um eine reine "technische" Konservierungsmaßnahme?

Octavie Modert: Zeitungen gehören zu den reichsten und vielfältigsten Informationsquellen über die Vergangenheit, für Berufshistoriker und Studenten, aber auch jedes Mitglied unserer Gesellschaft. Dass die älteste noch bestehende Zeitung Luxemburgs, das Luxemburger Wort, mit seinen historischen Ausgaben jetzt online einsehbar ist, bietet natürlich enorme Möglichkeiten. Diese Online-Zugänglichkeit kann dazu beitragen, unseren ausländischen Mitbürgern die Luxemburger Geschichte besser zu vermitteln. Sie kann auch zur Bereicherung der öffentlichen Diskussion in vielen Bereichen beitragen. Es handelt sich also nicht um eine rein technische Konservierungsmaßnahme, obschon man diesen Aspekt nicht aus den Augen verlieren darf. Die Besucherzahlen sind übrigens sehr hoch, viel höher als erwartet. Insofern kann man nicht nur von einem gemeinsamen Erfolg sprechen, sondern auch von einer gewissen Erwartungshaltung.

Vesna Andonovic: Wie verhält es sich beim elektronischen Transfer mit Urheberrechten-Fragen?


Octavie Modert: Es ist eine sehr komplexe Frage, umso mehr als die schnelle Entwicklung der Technologie den Rechtsspezialisten tagtäglich mit neuen Fragen konfrontiert. Für
die Rechte-freien Dokumente ("domaine public") stellt sich die Frage nicht. Deshalb werden auch zuerst historische Bestände digitalisiert. Außerdem können Kulturinstitute und Rechteinhaber miteinander verhandeln, um zusätzliche Dokumente unter verschiedenen Bedingungen zugänglich zu machen. Grundsätzlich sollte man festhalten: Es sollte ein Gleichgewicht bestehen zu den legitimen Schutzansprüchen der Autoren und Verlage. Gleichzeitig darf das demokratische Recht auf allgemeine Zugänglichkeit zu Information und Wissen nicht in Frage gestellt werden.

Vesna Andonovic: Geht die Investitionspolitik in elektronische Konservierung nicht auf Kosten der klassischen?

Octavie Modert: Das ist ein Risiko, das vermieden werden kann.



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