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Luxemburger Wort: Welchen Stellenwert hat die weltgrößte Industriemesse für den kleinen Industriestandort Luxemburg?
Jeannot Krecké: Wenn man eine Industrie hat und sie der Welt zeigen will, muss man in Hannover präsent sein. Die Industrieschau ist nicht nur eine große Messe, sie findet auch beim größten Handelspartner Luxemburgs statt. 28 Prozent unserer Exporte gehen nach Deutschland.
Luxemburger Wort: Ein Themen-Schwerpunkt in diesem Jahr liegt auf Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Wie kann sich Luxemburgs Industrie auf diesem Gebiet positionieren?
Jeannot Krecké: Der große Gemeinschaftsstand in der Halle 13, die unter dem Leitmotiv Energy steht, gibt unseren Firmen eine größere Aufmerksamkeit. Wir waren auch schon letztes Jahr in dem Bereich präsent. Luxemburg denkt schließlich nicht erst seit Japan über eine andere Energiepolitik nach. Durch die Präsenz soll die Möglichkeit geschaffen werden, neue Partner zu fmden. Eine wichtige Rolle dabei spielt auch die parallel stattfindende B2fair-Kontaktbörse. Luxemburgs größtes Potenzial liegt in einer Steigerung der Energieeffizienz. Für erneuerbare Energien ist das Land geografisch beschränkt.
Luxemburger Wort: Wie glaubwürdig ist ein Standort, der sich selbst schwer tut, z. B. Biogasanlagen oder Windkraftanlagen im eigenen Land aufzubauen?
Jeannot Krecké: Wir verlieren nicht an Glaubwürdigkeit, nur weil wir nicht Hunderte von Windmühlen aufgestellt haben. Luxemburg steht flur Qualität, Stabilität und Ernsthaftigkeit. Im Ausland reden wir nicht über unsere Probleme zu Hause. Daheim aber versuche ich, z. B. die Prozeduren zu beschleunigen.
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