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Interview
"Es wird zu regional gedacht", Françoise Hetto-Gaasch au sujet de l'évolution des destinations touristiques en région mosellane
"Tageblatt" du 05-05-2011

Vers le niveau supérieur
Tageblatt: 50 Millionen Euro wurden in den letzten vier Jahren in die Entwicklung des Tourismus gesteckt. Wie verträgt sich das mit den neuen Tanklagern, die geplant sind?

Françoise Hetto-Gaasch: Im Notfall müssen mittlerweile mehr als 500.000 Menschen mit Treibstoff versorgt werden. Und der Hafen liegt nun mal in Mertert. Außerdem sind ja schon Tanks da.

Tageblatt: Der Schmetterlingspark liegt aber auch ganz in der Nähe. Rund 40.000 Gäste kommen jedes Jahr dorthin.

Françoise Hetto-Gaasch: Unbestritten ist ein Industriehafen inmitten einer touristischen Zone nicht besonders schön, ganz klar. Interessant ist, dass wir von Besuchern noch nie eine Beschwerde darüber bekommen haben. Und wir bekommen alle möglichen Beschwerden hier. Dass die Anwohner sich Sorgen um die Sicherheit machen, ist eine andere Sache.

Tageblatt: Im Weinmuseum in Ehnen gibt es pro Jahr 8.900 Besucher, aber nur 1.500 zahlende. Warum wird das "Centre mosellan" wieder nicht realisiert?

Françoise Hetto-Gaasch: Das macht mich selbst als Tourismusministerin am unglücklichsten. Aber wir haben einen Sparhaushalt und das "Centre mosellan" war eins von vielen Projekten, das zurückgestellt wurde.

Tageblatt: Das war ja aber nicht das erste Mal. Die Pläne dafür liegen schon seit Jahren auf dem Tisch.

Françoise Hetto-Gaasch: Das ist richtig. Ich werde es beim nächsten Budget wieder berücksichtigen. Fakt ist aber auch, wir haben soziale Belange, die vorgehen, und da müssen andere zurückstecken.

Tageblatt: Wird da nicht eine Chance verpasst, den Tourismus als ein weiteres "Einnahme"-Standbein zu entwickeln?

Françoise Hetto-Gaasch: Der Tourismus macht im Moment 8,3 Prozent des BIP aus. Es gibt Berechnungen, dass er auf 11 Prozent Anteil ausbaufähig ist. Das wäre auch im Sinne der Diversität, die mein Kollege Jeannot Krecké gerne hätte. Aber dann müssen die beteiligten Akteure im Tourismus auch mitziehen. Und da ist aber noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Tageblatt: Höre ich da Kritik am Tourismusgewerbe heraus?

Françoise Hetto-Gaasch: Ja. Wenn in Umfragen Touristen sagen, "we don't feel welcome", dann hapert es aber an vielen Stellen!

Tageblatt: Beratung wird also die erste große Aufgabe für das neue ORT in Ehnen?

Françoise Hetto-Gaasch: Ja. Sie sollen den Leuten sagen, was drei Meter weiter passiert. Sie müssen Angebote ausarbeiten, sie zusammentragen, vermarkten und diese Infos auch den Hotels und Restaurants an der Mosel zur Verfügung stellen.

Tageblatt: Mir fällt auf, Sie zitieren viele touristische Angebote mit englischen Titeln. Ist das die Sprache der neuen Zielgruppe?

Françoise Hetto-Gaasch: Nein. Wir müssen aber eine Sprache finden, die Belgier, Holländer, Deutsche und Franzosen gleichermaßen verstehen. Und Englisch ist nun mal eine Weltsprache, die auch auf den großen internationalen Konferenzen in Brüssel oder Paris jetzt schon gesprochen wird. Titel, wie "Naturally yours" für den Norden, das hat mich anfangs auch gestört. Aber es ist international verständlich.

Tageblatt: Wie soll die Zusammenarbeit ORT Müllerthal und ORT Mosel aussehen?

Françoise Hetto-Gaasch: In der mittlerweile dritten Stärken-Schwächen-Analyse, die wir über die Moselregion veranlasst haben, zeigt sich ganz klar: Der Tourist, der nach Luxemburg kommt, bleibt nicht nur in Luxemburg. Er geht auch nach Deutschland, Frankreich oder Belgien. Das legt eine Zusammenarbeit der beiden ORTs nahe, zumal es das gleiche Personal ist, das die Angebote gut kennt. Ich wünsche mir auch dezidiert eine bessere Zusammenarbeit der Hoteliers in den beiden Regionen.

Tageblatt: Im Sinne von "Service um Client"?

Françoise Hetto-Gaasch: Genau. "Bed and Bike" ist ein gutes Beispiel. Ich wünsche mir, dass wenn die Radler nach einer Nacht an der Mosel weiterfahren, der Hotelier beim Kollegen im Müllerthal anruft, vielleicht sogar das Gepäck dorthin transportieren lässt. Echte Dienstleistung eben.

Tageblatt: Sie sind aber streng mit den Touristikern.

Françoise Hetto-Gaasch: Es geht einfach nicht, immer nur zu klagen. Sie müssen auch bereit sein, was zu machen. Warum werden die Touristen, die in den Weinbergen wandern, nicht auf Verkostungen aufmerksam gemacht? Nein. Da muss erst ein Termin ausgemacht werden, Anrufe ... dies und das. Und warum bekommen die nicht bei der Weinprobe eine Kleinigkeit zu essen serviert? Wir müssen uns mehr öffnen, und zwar alle.

Tageblatt: Das Müllerthal soll Weltkulturerbe werden. Gibt es da was Neues?

Françoise Hetto-Gaasch: Nein. Da kann ich nichts Neues bieten.

Tageblatt: Es gibt ein Hotelsterben im Müllerthal. Gerade jetzt wieder wird in Berdorf beispielsweise ein geschlossenes Hotel in ein Altenheim umgewandelt, ein anderes hält sich mit der Aufnahme von Asylanten über Wasser. Was gibt es für Konzepte, das zu ändern?

Françoise Hetto-Gaasch: Vorneweg: Es gibt dort Hotels, die viel investiert haben in den letzten Jahren und welche, die nichts gemacht haben. Die sind stehen geblieben und haben vom Kunden die Rechnung bekommen. Gegen ein Altersheim ist nichts zu sagen, wir brauchen bei einer alternden Bevölkerung Einrichtungen für die Senioren. Worüber ich als Tourismusministerin natürlich nicht froh bin, wenn ein Hotel zum Asylantenheim wird. Zumal der betreffende Hotelier von uns finanzielle Hilfe bei der Wahrnehmung seiner touristischen Aufgaben bekommen hat. Die haben wir jetzt zurückgefordert.

Tageblatt: Bollendorf-Pont ist also ein wunder Punkt?

Françoise Hetto-Gaasch: Klar. Aber das Thema hat viele Facetten. Einerseits müssen wir Flüchtlinge aufnehmen. Andererseits ist das eine Tourismusregion par excellence. Außerdem müssen, das hat mir die Familienministerin erklärt, die Flüchtlinge möglichst zentral stationiert werden, damit die Sache zu handhaben ist. Da geht es um Schulangebote für die Kinder der Asylanten etc. Und trotzdem. Wenn wir selbst ins Ausland gehen, finden wir ja auch einen Mix vor. Und vielleicht denken die Touristen ganz anders, nämlich: Das ist ein Land, das seiner Verantwortung gegenüber Flüchtlingen gerecht wird.

Tageblatt: Warum vernachlässigt der Tourismus das, was es im Land gibt? In Zeiten der Globalisierung sehnen sich viele nach Heimat, nach regionalen Produkten, wo man weiß, wo sie herkommen.

Françoise Hetto-Gaasch: Sie haben vollkommen recht. Ich habe das schon x-mal angesprochen, es gibt kein Bewusstsein dafür. Noch nicht. Ich würde mir wünschen, dass es überall, wo Touristen hinkommen, ob Schmetterlingsgarten oder Bettemburg, Shops gibt mit Produkten des Landes. Aber das muss auch einer machen.

Tageblatt: Der Trend "Urlaub im eigenen Land" nimmt zu. Von den Franzosen weiß man, dass sie gerne im eigenen Land Urlaub machen. In Deutschland geht es seit mehreren Jahren in dieselbe Richtung. Welche Region würden Sie sich hier zum Urlaubmachen aussuchen?

Françoise Hetto-Gaasch: Ich würde eine Rundreise durchs Land machen. Wir haben wunderschöne Sachen zu bieten und viele Luxemburger kennen ihr Land einfach zu wenig. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern. Ich glaube, dass Zentraleuropa einen Boom erleben wird. Durch die ganzen Unruhen in den arabischen Ländern werden sichere Reiseziele attraktiver.



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