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Interview
"Schwere Zeiten", Mady Delvaux-Stehres au sujet du projet de réforme de l'enseignement secondaire
"Luxemburger Wort" du 03-12-2011

Vers le niveau supérieur
Luxemburger Wort: Frau Delvaux, am Montag legen Sie den Gesetzvorentwurf vor. Was wird in diesem Dokument stehen?

Mady Delvaux-Stehres: Ich befürchte, die Enttäuschung wird groß sein, denn im Vorentwurf wird nichts stehen, was nicht schon bekannt ist. Es handelt sich um ein Rahmengesetz. Die Details werden nach und nach in den Ausführungsbestimmungen geklärt. Zwei sorgen derzeit für Diskussionen. Die eine betrifft die Versetzungskriterien. Wir haben von den Programmkommissionen über 300 Stellungnahmen dazu erhalten, die nun geprüft werden. Im Februar soll diese Ausführungsbestimmung den Schulpartnern vorgelegt werden. Die andere betrifft den Stundenplan. Daran gekoppelt ist auch das System der Dominantes.

Luxemburger Wort: Die Dominantes sind einer der großen Streitpunkte

Mady Delvaux-Stehres: Nicht nur die Dominantes, auch die automatische Versetzung von 7e auf 6, die persönliche Arbeit und das Tutorat. Letzteres wirft viele Fragen auf.

Luxemburger Wort:Weil die Lehrer nicht wissen, was mit dem Tutorat auf sie zukommt?

Mady Delvaux-Stehres: Das Tutorat existiert bereits an vielen Schulen, aber jede Schule hat ihre eigene Vorgehensweise. Diese Freiheit bei der Gestaltung des Tutorats soll jede Schule im Rahmen ihrer Autonomie behalten. Aber ich wünsche mir, dass die Schulen sich über ihre guten Praktiken austauschen. Es geht nicht nur darum, Gespräche mit dem Schüler zu führen. Das Tutorat dient auch dazu, die transversalen Kompetenzen zu üben: Kann der Schüler sich organisieren? Wie bereitet er sich auf Prüfungen vor? Wie geht er bei Nachforschungen vor? Die Schwerpunkte werden vorgegeben. Wie die Schulen diese umsetzen, bleibt ihnen überlassen. Es kommt natürlich darauf an, wieviel Zeit den Lehrern für das Tutorat von den Schulen zur Verfügung gestellt wird. Im Atert-Lyce sind es drei Stunden wöchentlich.

Luxemburger Wort: Der Widerstand gegen die Reform ist groß. Hatten Sie damit gerechnet?

Mady Delvaux-Stehres: Mit der Schülerdemo hatte ich, ehrlich gesagt, nicht gerechnet. Sie sind uns zuvorgekommen. Wir hatten vor, unsere Informationsversammlungen im Dezember zu starten. Unter dem Strich aber finde ich es positiv, dass die Schüler sich interessieren und organisieren. Ich hoffe, dass sie nun auch die richtigen Strukturen finden, um ihre Anliegen zu kanalisieren. Ich habe mich mit den Schuldirektoren in Verbindung gesetzt, damit die Schülerdelegierten die Möglichkeit bekommen, sich zu versammeln und zu informieren. Wichtig für mich ist natürlich das Feedback der Schüler. Wir sind dabei, das zu organisieren.

Luxemburger Wort: Sie hatten den Schülern vorgeschlagen, Ihnen die Kritikpunkte und Vorschläge per Jugendparlament zukommen zu lassen. Ist das der richtige Weg?

Mady Delvaux-Stehres: Ich habe den Schülern vorgeschlagen, dass ich persönlich - wenn das nicht möglich ist, ein ministerieller Vertreter - selbstverständlich für Gespräche mit allen interessierten Schülern zur Verfügung stehe. Für mich ist wichtig, herauszuspüren, was die Hauptsorgen der Schüler sind. In Schulfragen werden nie alle einer Meinung sein. Aber wir müssen einen größtmöglichen Konsens finden. Mit Sicherheit bleiben am Ende einzelne Punkte, bei denen wir uns nicht einig werden. Ich habe aber meine Bereitschaft erklärt, nach der Beratungsphase die Änderungen vorzunehmen, die sich herausgeschält haben. Deshalb muss die Diskussion richtig organisiert werden.

Luxemburger Wort: Werden derzeit nicht zwei Reformen miteinander vermischt?

Mady Delvaux-Stehres: Ja, das ist eine unglückliche Situation. Man muss sehen, wie die Reformprinzipien, über die die CGFP und die Regierung sich einig geworden sind, im Schulwesen umgesetzt werden können. Das ist die Aufgabe meines Ministeriums. Die Prinzipien betreffen den "Stage pédagogique" und das Bewertungssystem, das für sehr viel Aufregung sorgt. Es ist klar, dass das Bewertungssystem nicht das einer Verwaltung sein wird. Schule läuft anders. In meinen Augen kann Bewertung in der Schule durch den Schulentwicklungsplan stattfinden. Was schwierig werden wird, ist die Bewertung des einzelnen Lehrers. Wenn die persönliche Bewertung für jeden Staatsbeamten gilt, muss sie auch für die Lehrer gelten. Wie diese Bewertung aber organisiert werden soll, das wird noch für viele Diskussionen sorgen.

Luxemburger Wort: Die Grundschullehrer beschweren sich über zu großen administrativen Aufwand. Im Secondaire befürchtet man nun das gleiche.

Mady Delvaux-Stehres: In der Grundschule wurden die Präsidenten der Schulkomitees anfangs mit ungefilterten Anfragen überhäuft. Das mussten wir ändern. Es ist wichtig, Beratungsgespräche innerhalb der Lehrerschaft in einem Bericht zu dokumentieren. Das muss aber kein Roman sein. Aufwendiger, das gebe ich zu, sind die Akten über Schüler, die spezielle Fördermaßnahmen brauchen. Es ist aber notwendig. Im Secondaire ist die Lage anders. Die Schulen haben einen eigenen Verwaltungsapparat. Was nun hinzu kommt, ist der Schulentwicklungsplan, in dem die Schulen ihre Ziele festlegen, und dokumentieren, ob und wie sie diese Ziele erreichen. Unser Reformvorschlag sieht die Bildung eines Teams vor, das für die Schulentwicklung zuständig ist. Wir kommen nicht drum herum, schriftlich zu dokumentieren, was innerhalb der Schule passiert. Für Lehrer, die normal ihren Unterricht absolvieren, ohne noch spezielle Aufgaben zu übernehmen, entsteht aus meiner Sicht kein zusätzlicher administrativer Aufwand.

Luxemburger Wort: Sie wollen, dass vor allem die jungen Schüler individuell betreut und gefördert werden. Bedeutet das im Umkehrschluss nicht auch mehr Arbeit für die Lehrer?

Mady Delvaux-Stehres: Der Lehrerberuf ändert sich. Das ist ganz klar. Wenn wir den Schülern zu einer besseren Qualifizierung verhelfen wollen, müssen wir daür sorgen, dass sie die Unterstützung bekommen, die dafür nötig ist. Es geht nicht darum, sie einfach zu versetzen, sondern darum, ihnen die Hilfe zu geben, die sie brauchen, damit sie weiterkommen. Dazu muss man sich mit dem Schüler beschäftigen.

Luxemburger Wort: Soll das Reformprojekt wie geplant im Mai 2012 auf den Instanzenweg geschickt werden?

Mady Delvaux-Stehres: Eine Reform kann man nicht gegen den Willen der Lehrer durchziehen, denn sie sind es, die die Reform nachher umsetzen müssen. Wir werden sehen, wie lange die Beratungsgespräche dauern und wann der richtige Zeitpunkt ist, Schlussfolgerungen zu ziehen. Ich möchte mich dabei nicht auf eine Zeitschiene festlegen.

Luxemburger Wort: Stichwort Dominantes: Die Lehrer sagen, die Wahlfreiheit bei den Fächern führe zu absurden Fächerzusammensetzungen bzw. verleite die Schüler dazu, sich für die bequemste Kombination zu entscheiden. Was sagen Sie dazu?

Mady Delvaux-Stehres: Die Frage der Fächerzusammensetzung wird uns noch sehr beschäftigen. Innerhalb der naturwissenschaftlichen Dominante kann man sich eine B-, C- oder D-Sektion zusammenstellen. Soweit die Idee. Natürlich muss der Aufbau kohärent sein. Natürlich darf es nicht so sein, dass Fächer willkürlich zusammengestellt werden. Ein Vorschlag, der diskutiert werden muss, ist die Bündelung einzelner Fächer, um absurde Fächerkombinationen zu vermeiden.

Luxemburger Wort: Was sind die Vorteile des zweigliedrigen Systems?

Mady Delvaux-Stehres: Auch wenn wir die Sektionen beibehielten, müssten wir den Stundenplan anpassen, um einen Ausgleich zu schaffen für die Allgemeinbildung, die in manchen Sektionen zu kurz kommt. Ob Dominante oder Sektion, wir müssen der Allgemeinbildung mehr Platz im Stundenplan schaffen. Das Modell der Wahlfreiheit ist gängig in modernen Schulen. Innerhalb eines begrenzten Rahmens kann der Schüler Fächer aussuchen und auf diese Weise seine Stärken aufwerten. Das zweigliedrige System bietet starken Schülern mehr Flexibilität. Sie haben die Möglichkeit, sich auf mehreren Ebenen hervorzutun, z. B. gleichzeitig ein hohes Niveau in Mathematik und in Sprachen zu erlangen, was im bestehenden System nicht möglich ist.



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