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Interview
Jean-Claude Juncker au sujet du 10e anniversaire de l’euro
"Inforadio Berlin-Brandenburg" du 27-12-2011

Vers le niveau supérieur

Dietmar Ringel: Jean-Claude Juncker ist Regierungschef in Luxemburg, gleichzeitig Chef der Eurogruppe und als damaliger luxemburgischer Finanzminister hat er schon Anfang der 90er Jahre bei der Vertragsgestaltung von Maastricht die Grundlagen für den Euro mitgelegt. Weiß er noch was er für seine ersten Euros gekauft hat?

Jean-Claude Juncker: Nein.

Dietmar Ringel: Keine Erinnerung?

Jean-Claude Juncker: Überhaupt keine. Also ich kann mich sehr gut daran erinnern als ich die ersten Geldscheine in der Hand hielt aber welche Einkäufe ich damit getätigt habe, das weiß ich nicht mehr. Müsste ich eigentlich wissen, denn ich neige ja auch zum romantisieren.

Dietmar Ringel: Haben Sie ein paar beiseite gelegt von den ersten, so für später als Souvenir?

Jean-Claude Juncker: Ja, ich habe die ersten Münzen, luxemburgische Münzen zur Seite gelegt. Ich habe in allen Euroländern die ich bereist habe auch deren Münzen gekriegt und ich habe auch die ersten Scheine zur Seite gelegt. Das stimmt. Also ich habe mit den ersten Scheinen, jetzt weiß ich es wieder, nichts eingekauft, ich habe sie zur Seite gelegt.

Dietmar Ringel: Der Euro, Herr Juncker, als europäische Gemeinschaftswährung hat eine lange Vorgeschichte. Von den ersten Plänen in den 70er Jahren, dem Vertrag von Maastricht 1992 bis zur Einführung des Euros als Zahlungsmittel vor 10 Jahren. Was war das für ein Gefühl für Sie, der ja lange mit für den Euro gestritten hat, als es dann endlich so weit war?

Jean-Claude Juncker: Ich war, obwohl das für manche etwas hochtrabend, wenn nicht sogar komisch klingt, eigentlich stolz als der Euro am 1. Januar 1999 auf die Reise geschickt wurde und als die ersten Scheine 2002 kamen. Weil ich die ganze Zeit über, Ende der 80er Anfang der 90er Jahre, an diesen Verhandlungen die zum Euro geführt haben, intensiv beteiligt war und auch viele Regierungen, inklusive die meinige, auf dem Weg zum Euro hin begleitet habe. Das war ein steiniger Weg, ein schwieriger Weg, und dass wir es geschafft haben, bis heute 17 nationale Währungen zu einer einheitlichen europäischen Währung zu fusionieren ist ein in der Weltgeschichte ein nicht zu beobachtendes Erfolgserlebnis gewesen.

Dietmar Ringel: Also stolz waren Sie. Waren Sie vielleicht auch ein bisschen überrascht, dass es wirklich geklappt hat. Denn es gab ja auch viele die gesagt haben, das wird nie was mit dem Euro.

Jean-Claude Juncker: Ich kann mich an manche Sitzungen im Oval-Office in Washington erinnern mit Präsident Clinton, wenn er mich fragte ich soll ihm berichten was in Europa alles Tagesaktualität wäre und ich habe über den Euro geredet, mir dann immer gesagt hat, erzähle mir etwas anderes und keine Geschichte die nicht stattfinden wird. Deshalb war ich doppelt stolz, dass wir es den Amerikanern und uns selbst gezeigt haben, dass wir in einem festen Zeitplan und von der Kraft der richtigen Ideen beseelt in Europa so manches hinkriegen.

Dietmar Ringel: Was waren denn Ihre Hauptargumente wenn Sie auf Leute getroffen sind die immer wieder gesagt haben, wir wollen da nicht mitziehen?

Jean-Claude Juncker: Ich habe damals Argumente gebraucht die ich heute noch in stärkerem Masse brauche. Anfang des 20. Jahrhunderts hat es weltweit 20% Europäer gegeben. Jetzt gibt es noch 11% Europäer. Mitte des Jahrhunderts werden wir noch 7% sein und Ende des Jahrhunderts 4%. Daraus ergibt sich folgerichtig, dass wir, wo immer es geht, mehr Europa wagen und fest zusammen stehen müssen, weil unser Gewicht in der Weltwirtschaft nimmt ab und unser demographisches Bild ist eh dabei abzunehmen.

Dietmar Ringel: Herr Juncker, mittlerweile ist klar, dass der Euro einige schwerwiegende Geburtsfehler hatte. Zum Beispiel fehlten Instrumente um die Staaten zu ausgeglichenen Haushalten zu zwingen, mit der Folge, dass mehrere Euroländer deutlich über ihre Verhältnisse gelebt haben. Geben Sie sich als einem der Gründungsväter der Währungsunion daran eine Mitschuld?

Jean-Claude Juncker: Nein, ich kritisiere die Regierungen die dies trotz einschlägiger Vertragsauflagen gemacht haben. Die Instrumente standen zur Verfügung. Nicht in der ausgeprägten Form wie wir sie heute vorliegen haben, aber jedem war klar, dass sich an diese Stabilitätsdisziplinregelung zu halten wäre, nicht jeder hat sich daran gehalten. Ich kann nicht den Vertrag kritisieren, sondern die die ihn nicht korrekt zur Anwendung gebracht haben.

Dietmar Ringel: Aber, müsste man nicht trotzdem strengere Regeln einführen, wenn man sicher sein will, dass die Leute, oder die Staaten sich daran halten? Denn es geht doch den Menschen vermutlich wie den Staaten: wenn die Regeln nicht klar genug sind, dann versucht man eben dagegen zu halten.

Jean-Claude Juncker: Ja, die Regeln sind jetzt klarer geworden, dadurch dass wir jetzt in den Verhandlungen der letzten Monate verfügt haben, dass die Sanktionen für Haushaltssünder sich automatischer anwenden. Dies wird eine abschreckende Wirkung enthalten.

Dietmar Ringel: Ist das was jetzt fixiert wurde, Sie haben das schon angedeutet, beim letzten EU-Gipfel ja im vergangenen Dezember, ist das schon die Rettung für den Euro?

Jean-Claude Juncker: Der Euro steht ja nicht zur Debatte. Es gibt ja keine Eurokrise. Es gibt eine Verschuldungskrise in einzelnen Mitgliedsstaaten des Eurowährungsgebietes. Mit dieser Schuldenkrise beschäftigen wir uns eigentlich tagtäglich, aber es reicht nicht neue Regeln festzulegen, es reicht nicht neue Verträge zu vereinbaren. Das reicht alles nicht um dieser Schuldenkrise Herr zu werden. Da braucht es sehr solide Haushaltskonsolidierungspläne und die sind dabei umgesetzt zu werden. Mit Verspätung, wie ich zugeben muss, aber die sind dabei umgesetzt zu werden.



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