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Nadine Schartz: Soll das Konzept in der Maison relais "Babbeltiermchen" in puncto Qualitätsförderung auch auf andere Betreuungsstrukturen übertragen werden?
Marie-Josée Jacobs: Das "Babbeltiermchen" gehört zu den Pilotprojekten, die in einer Reihe von Betreuungseinrichtungen durchgeführt werden, um festzustellen, wie es um die Flexibilität und die Qualität steht. Die Qualität liegt uns am Herzen und wir wollen versuchen, ein Maximum für die Kinder herauszuholen. Bei der Änderung der Gesetzestexte und Reglernente werden diese qualitätssteigernden Elemente integriert.
Nadine Schartz: Im Rahmen der Studie der Universität Luxemburg wurde vor allem der Zeitfaktor für die individuelle Betreuung der Kinder kritisiert. Ist in diesem Zusammenhang eine Änderung vorgesehen?
Marie-Josée Jacobs: Dies ist eine Diskussion, die auch auf politischer Ebene geführt werden muss. Es soll ein gesundes Gleichgewicht zwischen allen Akteuren hergestellt werden. Für die Erzieher gilt es auf der einen Seite, mit den Eltern eine Einigung in puncto Zeitplan, Aufstellung der Aktivitäten und Abholen zu finden. Auf der anderen Seite stellt sich bei der verbesserten individuellen Betreuung auch die Personalfrage - wobei mehr Personal auch mehr Kosten bedeutet. In der europäischen Norm stehen wir mit Luxemburg in einer guten Position.
Nadine Schartz: Anscheinend besteht in vielen "Crèches" kein pädagogisches Konzept. Ist dies nicht eine wichtige Voraussetzung, die sich eine solche Einrichtung geben müsste?
Marie-Josée Jacobs: Die meisten Einrichtungen für die Kleinkindbetreuung verfügen über ein Konzept, es gibt lediglich einzelne Ausnahmen. Um dem entgegenzuwirken, wird in der Gesetzesänderung unter anderem verankert, dass die Strukturen kontrolliert werden, dass ein Konzept besteht, das die Qualität und die non-formale Bildung beinhaltet. Es wird mehr Wert auf die Förderung des Kindes gelegt, so dass es im Alter von null bis drei Jahren möglichst viel lernt. Ziel ist es, die Kleinen in diesem Alter bestmöglich zu umrahmen. Wichtig dabei ist die obligatorische Fortbildung, die ebenfalls Bestandteil der Gesetzesänderung ist.
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